Literarisches Zentrum: Diskussion um die Sprache der Populisten

Da geht es am Mittwoch lang: Im Literarischen Zentrum beginnt die Frühjahr-/Sommer-Saison am Mittwochabend. Foto: Kopietz

Göttingen. Das Literarische Zentrum Göttingen startet politisch in die Frühjahr-/Sommersaison: „Wir müssen reden – Populismus und Widerstand“ ist der Titel der Veranstaltung am Mittwoch 1. März, ab 20 Uhr.

Pegida-Anführer und -Demonstranten, AfD- und NPD-Politiker, Wortführer rechter Gruppierungen – sie alle haben einen eigenen Sprachkodex. Eine manchmal eindeutige Sprache, angelehnt an Begriffe aus dem Nazi- und Rechtsaußen-Wörterbuch.

Manchmal aber schleicht sie sich auch subtil in unsere normale Sprache, nutzt Wörter aus einem liberalen, demokratischen Umfeld. Und: Wörter wie Flüchtlingslawine werden unreflektiert, unüberlegt übernommen, von sprechenden Menschen, von Medien.

Die Populisten schaffen auch neue Bezeichnungen und deuten bestehende Wörter anders: die „Mauer“ wird so zu einem Wunschsymbol der Ausgrenzung.

Robert Feustel, Nancy Grochol, Tobias Prüwer und Franziska Reif haben genau hingeschaut und -gehört. Das Produkt ist ihr „Wörterbuch der Besorgten“ von A bis Z. Es soll auch helfen sich nicht im Dickicht dieser Sprache zu verlieren, sagen die Autoren. Einer von ihren, Rober Feustel wird am Mittwochabend mit auf dem Podium im Literarischen Zentrum sitzen. Dazu kommt Populismus-Forscher Lars Geiges vom Göttinger Institut für Demokratieforschung, die Migrationsforscherin Sabine Hess, Professorin an der Uni Göttingen, und die Dramaturgin Felicitas Zürcher (bis 2016 am Staatsschauspiel Dresden).

Die Vier sprechen über Möglichkeiten und Notwendigkeiten politischer Positionierung in den Kultur- und Intellektuellenszenen. Ein Abend, bei dem Versuche und Grenzen künstlerischen und wissenschaftlichen Engagements reflektiert werden. Es moderieren Madita Oeming und Anja Johannsen vom Literarischen Zentrum. (tko)

• Karten kosten fünf und sieben Euro im Vorverkauf, sechs und acht Euro an der Abendkasse. Verkauf in der Tourist-Info Altes Rathaus oder bei Reservix online. Es gilt für Studenten die Kulturticket-Regelung (freier Eintritt wenn noch Restkarten an der Abendkasse vorhanden).

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