Literarisches Zentrum: Es geht auch um die Themen Flucht und Sex

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Literatur ist Frauensache im Literarisches Zentrum Göttingen (LiTZ): Das Team präsentierte ein starkes Programm für den Herbst und Winter. Von links: Anna-Marie Humbert, Anja Johannsen (Leitung), Jana Hemer, Gesa Husemann (stellv. Leitung), Shederazade Becker und Madita Oeming.

Göttingen. Eine Kerze, eine Leselampe, leise Musik und ein Glas Wein: Herbst und Winter sind Lesezeiten. Das Literarische Zentrum (LiTZ) gibt mit seinem Programm Lese-Freunden Anreize, Autoren und Bücher zu entdecken.

Der Auftakt der Veranstaltungen des Herbst-/Winterprogramms dürfte heiß werden: Denn das Thema des ersten Abends heißt „Wer hat den schlechtesten Sex?“. Zu Gast bei dem Abend in der reizvollen Umgebung der Gipsabdrucksammlung im Uni-Parthenonsaal sind die Literaturkritiker Ina Hartwig und Rainer Moritz (7. September).

Apropos Literaturkritiker: Viele feiern ihn fast euphorisch: Ralf Rothmann kommt am 9. September, in das Literarische Zentrum. Er stellt sein Buch „Im Frühling sterben“ vor. Ein Werk, dass mancher Kritiker gar zum „Roman der Saison“ ausgerufen hat. „Es ist ein perfekter Zeitpunkt, ihn hier im LiTZ zu haben“, freut sich Anja Johannsen.

Zufrieden ist die Geschäftsführerin auch, dass das Literarische Zentrum nun zum Zirkel der Literaturhäuser gehört und davon profitieren kann, gemeinsam Veranstaltungen zu planen und Autoren zu verpflichten. „Das geht zusammen besser. In diesem Halbjahr sind aber noch keine Auswirkungen zu spüren“, sagt Johannsen, die trotzdem „sehr glücklich“ über das ist, was das LiTZ bieten wird.

Dazu gehört auch ein Top-Autor aus Russland, dessen neues Buch „Telluria“ gleich von acht Übersetzern ins Deutsche beackert wurde: Vladimir Sorokin schreibt eine Science-Fiction-Geschichte über die Welt in 500 Jahren, eine Welt, die aber teilweise von gestern ist.

Um die Probleme der Jetzt-Zeit geht es an einem Themenabend, der laut Johannsen lange überfällig war: „Nur Schuld & Schulden“ befasst sich mit den griechisch-deutschen Kulturbeziehungen, die auch in die Kriegszeiten und viel weiter zurückreichen. Mit dabei sind am 28. Oktober auch der Autor Aris Fioretos und Journalist Alexandros Stefanidis.

Beim „Liederabend“ ist Judith Holofernes von „Wir sind Helden“ zu Gast. Sie singt nicht nur, sondern schreibt zudem Gedichte – auch über Tiere, die wiederum in Songtexten vorkommen. Sie liest Gedichte und bringt die Gitarre mit. Eine Traumfrau für die LiTZ-Macherinnen ist Miranda July. Die Autorin, Filmemacherin und Künstlerin aus Los Angeles ist weltbekannt und spricht mit MaryAnn Snyder-Körbermit auf Englisch über sich. DT-Schauspielerin Andrea Strube wird aus dem Buch „Der erste fiese Typ“ auf Deutsch lesen. (Sonntag, 15. November).

Und noch eine Top-Autorin kommt: Jenny Erpenbeck. In ihrem Buch „Gehen, ging, gegangen“ hat sie das Thema Asyl und Flüchtlinge brillant behandelt. Beim Termin im LiTZ am 14. Januar sind der Textilkünstler Patras Bwansi sowie die Autorin und Regisseurin Lydia Ziemke dabei.

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