Hengst "Merlin" war dabei

Literaturherbst-Lesung: Reiten wie ein guter Chef

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Auftritt mit Tinker-Hengst „Merlin“ in der Reithalle in Seeburg: Beim Literaturherbst stellte Dr. Vivian Gabor ihr Buch „Mensch und Pferd auf Augenhöhe“ vor.

Seeburg. Mehr als 100 Menschen waren beim Literaturherbst für einen Abend rund um das Pferd in Seeburg auf dem Hof Wellenreiter dabei. Mit Hengst Merlin hat Dr. Vivian Gabor gezeigt, wie „Mensch und Pferd auf Augenhöhe“ (so der Titel eines Buches, aus dem sie las) miteinander kommunizieren.

„Pferde sind zu hohen kognitiven Leistungen in der Lage“, begann die Verhaltenstrainerin: Ein Pferd könne Vier von Fünf unterscheiden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sei das Lernen bei Menschen und Pferden gut vergleichbar. Dem Pferd voraus habe der Mensch die Empathie. Bis zu einem gewissen Grad könne er in den Kopf seines Pferds schauen. Zwei Gemeinsamkeiten hob Gabor hervor: Mensch und Pferd seien soziale Wesen. Die Verständigung funktioniere über Mimik, Gestik und Körperspannung.

Klare Regeln

Wie ein guter Chef solle ein Mensch seinem Pferd mit Respekt und Vertrauen begegnen, beschrieb Gabor. Nicht Dominanz, sondern Kompetenz mache einen guten Chef aus. Ein Reiter mit klaren Regeln sei für ein Pferd gut einschätzbar. Immer wieder gelte es, sich zu fragen, ob die eingeschlagene Richtung dem Pferd gegenüber vertretbar sei. Die Pferdewissenschaftlerin appellierte an ihre Zuhörer, Dinge anders als die Mehrheit zu machen.

Vieles anders machen musste Gabor selbst bei der Arbeit mit der Mustangstute Mona. 2017 nahm sie teil beim Mustang Makeover. Mit der Aktion soll ein Teil der wilden Pferde, die das Land überschwemmen, vermittelt werden. Ausgewählte Trainer sollen sie in nur drei Monaten reitbar machen. Auf einer Show in Aachen werden sie dann präsentiert und verkauft. In dem Buch „Vom Wildpferd zum Reitpferd“ hat Gabor ihre Arbeit mit dem Mustang beschrieben. Im Wellenreiter las sie auch daraus.

Sie habe das Buch nicht aus der Hand legen können, schilderte Moderatorin Gabriela Jaskulla, selbst Reiterin, ihr Lese-Erlebnis. Nach Gabors geheimen Namen für die Teilnehmer in ihren Kursen fragte die Professorin für Journalismus: Schüler, Kunden oder Patienten? Sympathisch ließ sich Gabors „Pferdedamen“ oder „Pferdemuttis“ hören.

Sympathisch wirkte auch Gabors Auftritt mit dem Tinker-Hengst „Merlin“ in der Reithalle. Eindrucksvoll führte die Trainerin vor, wie sie das fremde, durchaus nicht zierliche Pferd nur mit Führstrick, Gerte und Körperspannung dirigierte. Schnell verstand der noch nicht eingerittene Fünfjährige, wann er zu weichen hatte, wann es galt, sich zu entspannen und den Kopf dafür zu senken.

Signierstunde

Zum Abschluss der Veranstaltung nach anderthalb Stunden konnten die begeisterten Zuhörer sich ihre neu erstandenen Werke von der Autorin signieren lassen.

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