Die Aufträge werden kleiner – Plus beim Nachtexpress

Spedition Zufall: Logistik-Umsatz stagniert

Göttingen. „Bei der Prognose für Jahr 2012 waren wir seinerzeit nur verhalten optimistisch." Mit diesen Worten begann Jürgen Wolpert, einer von drei Geschäftsführern der Zufall logistics group in Göttingen, die Präsentation der Ergebnisse für das abgelaufene Geschäftsjahr.

Beim Blick auf die Zahlen wird klar, warum beim traditionellen Jahresgespräch nach dem Rekordjahr 2011 diesmal keine Euphorie bei Inhabern und Geschäftsführern des mittelständischen Transport- und Logistik-Dienstleister aufkommen wollte. Hatte man im Vorjahr ein Plus beim Umsatz von 15,7 Millionen auf 269,6 Millionen Euro verkünden können, ging dieser nun wegen der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise um 0,2 Prozent auf 269,1 Millionen Euro zurück. Die Anzahl der beförderten Sendungen stieg dagegen um 7,1 Prozent von 3,6 Millionen auf 3,8 Millionen.

„Die Aufträge sind insgesamt kleiner geworden“, begründete Jürgen Wolpert den leichten Umsatzrückgang. Die Erlöse aus den nationalen und europäischen Landverkehren hätten sich um 3,4 Prozent von 184,2 Millionen auf 178,2 Millionen Euro verringert. „Der Umsatz der interkontinentalen Verkehre sank leicht von 29,8 Millionen auf 28,2 Millionen Euro“, so Wolpert.

Wie in der vergangenen Periode auch, habe sich das Geschäft mit Nachtexpress-Dienstleistungen jedoch erfreulich entwickelt. Der Umsatz mit Night Star Express (NSE) stieg von 13,9 Millionen auf 18,1 Millionen Euro. „Das entspricht einem Zuwachs von 29,7 Prozent“, so der Geschäftsführer. Diese positive Entwicklung spiegele sich auch in den Sendungszahlen wider: Diese stiegen von 0,8 Millionen im Jahr 2011 auf 1,2 Millionen im Jahr 2012 - ein Plus von 50 Prozent.

Der Geschäftsbereich Kontraktlogistik hat mit 31,8 Millionen Euro zu den Umsatzerlösen im Jahr 2012 beigetragen (ein Plus von 10,1 Prozent). Im Jahr 2011 erzielte die Zufall logistics group hier noch 28,9 Mio. Euro.

Obwohl die Mitarbeiterzahl bei dem Familienunternehmen an seinen zehn Standorten insgesamt von 1680 auf 1839 anstieg (ein Plus von fast zehn Prozent), befindet sich der Stammsitz Göttingen nach wie vor in schwerem Fahrwasser. Dort sank die Zahl der Mitarbeiter von 527 Ende 2011 auf aktuell 508. Und auch wenn die Kurzarbeit, die nach dem Verlust eines großen Kunden Anfang des Jahres bei Zufall Göttingen eingeführt wurde, zum 1. April ausgesetzt wurde, sei es laut Geschäftsführung derzeit noch zu früh, um die Situation als zufrieden stellend zu bezeichnen.

Für das Jahr 2013 rechnet die Zufall logistics group mit einem leichten Wachstum in den Bereichen Kontraktlogistik und Nachtexpress. „Wie sich die klassischen Transportdienstleistungen entwickeln werden, lässt sich derzeit noch nicht verbindlich abschätzen“, meinte Jürgen Wolpert. (per)

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