So kommt man trotzdem ans Ziel

Lokführer-Streik: Was Sie wissen sollten, wie Sie ans Ziel kommen

Schon wieder Streik: Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer hat ihre Mitglieder für Mittwoch und Donnerstag zur Arbeitsniederlegung im Personenverkehr aufgerufen. Foto: dpa

Auch am Donnerstag müssen Sie noch mit Streiks rechnen. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer ist weiter im Ausstand. Alles, was Sie dazu wissen sollten, finden Sie hier.

Auch am zweiten Tag des Lokführerstreiks im Personenverkehr haben sich Pendler und Reisende nach Alternativen zur Bahn umsehen müssen. Wegen des Ausstands kam es auch in Hessen wieder zu massiven Einschränkungen im Bahnverkehr. "Der Ersatzfahrplan greift. Es gibt keine zusätzlichen Ausfälle", sagte ein Bahnsprecher am Donnerstagmorgen. Das gelte sowohl für den S-Bahn- und Regionalverkehr als auch für den Fernverkehr.

Im Fernverkehr sei geplant, das Sitzplatzangebot durch die Verlängerung von Zügen zu erweitern, sagte der Bahnsprecher weiter. Nach dem Notfahrplan der Bahn fährt im Regionalverkehr fast jeder zweite Zug. Die normalerweise eng getakteten S-Bahnen im Rhein-Main-Gebiet fahren nur ein Mal pro Stunde.

Trotz des Streiks halten im Bahnhof Wilhelmshöhe (Kassel) Züge. Der private Anbieter Eurobahn fuhr am Mittwochmorgen beispielsweise nach Münster.

Im Fernverkehr wurden am Mittwoch statt der üblichen 805 Züge 244 eingesetzt. Im Regionalverkehr fuhren nur 15 bis 60 Prozent der Züge im gesamten Bundesgebiet. Fahrgäste sollten sich deshalb vor Antritt der Reise informieren, nach Alternativen suchen oder eventuell das Auto nutzen. „Im Regionalverkehr erwarten wir keine großen Einschränkungen“, sagt Thomas Hupfeld, Ortsgruppenvorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer GDL. Die Regiotram ist von dem Streik nicht betroffen. Sie soll auch am Donnerstag fahren, genauso wie Cantus-Züge.

Wann genau wird überhaupt gestreikt?

Der Streik im Personenverkehr beginnt laut Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) am Mittwoch, 22. April, um 2 Uhr und endet am Donnerstag, 23. April, um 21 Uhr. Das sind 43 Stunden. Erfahrungsgemäß wird auch am Freitag noch mit Zugausfällen und Verspätungen zu rechnen sein.

Der Streik im Güterverkehr geht von Dienstag (15 Uhr) bis Freitag (9 Uhr) – 66 Stunden.

Was bedeutet das für die Kunden?

Während des Streiks werden die Lokführer der GDL keine Züge fahren. Der Gewerkschaft gehört die Mehrzahl der Lokführer der Bahn an. Folge: Schätzungsweise zwei Drittel der Fernzüge werden deshalb im Rahmen des Notfahrplans der Bahn gestrichen werden. Dieser ist bisher noch nicht veröffentlicht. Die Regiotram Kassel ist von dem Streik nicht betroffen.

Welche Alternativen gibt es für die Fahrgäste?

Gerade in Südniedersachsen kann man viele Ziele mit den Privatbahnen erreichen, die nicht bestreikt werden. In der Region fahren der Metronom (Göttingen-Hannover-Uelzen-Hamburg), der Cantus (Göttingen-Kassel sowie Göttingen-Fulda) sowie die Nord-West-Bahn (Kreiensen-Paderborn und Göttingen-Ottbergen).

Mit der Mitfahrzentrale oder BlaBlaCar lassen sich ebenso Mitfahrgelegenheiten organisieren.

Wie sieht es mit den Fernbussen aus?

Sie sind natürlich während des Streiks eine Alternative. Aber die Unternehmen haben wegen der verstärkten Nachfrage bereits mit deutlichen Preissteigerungen reagiert. So gibt es die einfache Fahrt mit dem Fernbus am Mittwoch von Göttingen nach Berlin derzeit nur noch für 32 Euro – am Wochenende kosteten die Tickets noch 18 Euro. Weitere Infos: www.busliniensuche.de, www.fahrtenfuchs.de und www.goeuro.de.

Seit Dienstag gibt es mit Megabus einen neuen Anbieter, der jetzt auch Fahrten von Kassel-Wilhelmshöhe aus ermöglicht. Dieser war am Mittwoch kaum in Anspruch genommen. Daneben fahren ab Kassel weiter die etablierten Anbieter wie Flixbus (Kaufungen) oder Postbus.

Weitere Fernbus-Informationen aus Kasseler Sicht gibt es auf Kassel-Live.  

Was plant die Bahn während des Streiks?

Das Unternehmen hat einen Ersatzfahrplan angekündigt. Erfahrungsgemäß wird zumindest auf den ICE-Fernstrecken ein Ein- bis Zwei-Stunden-Takt angeboten. IC- und Nahverkehrs-Verbindungen werden oftmals gestrichen.

Wie kann man Informationen bekommen?

Die Nummer der Servicehotline lautet: 0180/6996633  (20 Cent/Anruf aus dem Festnetz, Tarif bei Mobilfunk max. 60 ct/Anruf). Zudem ist seit Mittwochmorgen die kostenlose Servicenummer 08000/996633 geschaltet. Außerdem gibt es Infos unter www.bahn.de

Wie schafft es die Bahn, noch Züge fahren lassen?

Zahlreiche Lokführer sind noch Beamte. Und die dürfen bekanntlich nicht streiken. Außerdem sind nicht alle Lokführer in der GDL.

Was ist mit Erstattungen von Fahrscheinen?

Erfahrungsgemäß zeigt sich die Bahn im Streikfall kulant. Es kommt aber wie immer auf den Einzelfall an. Das Fahrgastrechteformular gibt es bei den Reisezentren sowie im Internet unter http://zu.hna.de/fahrgastbahn15

Was ist mit einem Mietwagen als Alternative?

Nach den bisherigen Erfahrungen haben auch die Mietwagenanbieter mit einer erhöhten Nachfrage zu kämpfen. Folge: Es gibt dann ganz schnell keine Autos mehr.

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