Mahnwache am Gänseliesel nach Pariser Terroranschlägen

Betroffenheit und Trauer: In einer Mahnwache am Gänseliesel gedachte die Deutsch-Französische-Gesellschaft Göttingen um Vorsitzende Christa Neifeind (Bild) mit Blumen und Kerzen den Opfern der Terroranschläge in Paris. Foto: Leissa

Die Deutsch-Französische-Gesellschaft Göttingen (DFG) gedachte am Montagnachmittag in einer Mahnwache am Gänseliesel der Opfer der Pariser Terroranschläge vom vergangenen Wochenende.

Göttingen. Etwa 200 Passanten waren der Einladung der DFG, der Deutsch-Polnischen-Gesellschaft, des Göttinger Partnerschaftsvereins und der Europa-Union Göttingen gefolgt und legten Blumen und Trauerkerzen vor dem Alten Rathaus nieder. Ihre Anteilnahme galt den Angehörigen der bislang 129 getöteten Menschen.

„Diese Morde“, sagte die DFG-Vorsitzende Christa Neifeind in ihrer Ansprache vor dem Gänseliesel, „galten nicht nur Paris, sie galten uns allen: Deutschland, Europa und vor allem unserer politischen und persönlichen Freiheit.“

Die Mahnwache orientiere sich laut Neifeind an den Gedenkfeiern in Frankreich selbst, an Fotos von Plakaten und Tafeln mit den Worten „Not Afraid“ (zu deutsch: Keine Angst), die sie sehr beeindruckt haben.

Eine großartige Botschaft, sagte Neifeind, aber ebenfalls sehr problematisch. „Es ist schwer, heute und auch in den nächsten Tagen nicht Angst zu haben. Aber wir brauchen ein handlungsfähiges Europa. Wir müssen jetzt mehr den je aufeinander zugehen und uns unserer gemeinsamen Ziele versichern“, sagt Neifeind. Und während sie das Gedicht „Liberté“ des französischen Dichters Paul Éluard rezitierte, blieben noch mehr Menschen vor dem Alten Rathaus stehen, lauschten und beobachteten die flackernden Lichter der Trauerkerzen.

„Wir dürfen jetzt nicht den Fehler machen und alle Flüchtlinge, die zu uns kommen, als mögliche Gefahr abstempeln“, sagte Katharina Lankeit, Vorsitzende des Göttinger Partnerschaftsvereins. Die Menschen hätten es schon schwer genug, weil man sie oft mit den Kriegsflüchtlingen nach 1945 vergleichen. „Ob jemand aus Europa kommt oder aus einem anderen Teil der Welt, macht leider schon einen Unterschied. Aber deswegen sollte man erst recht aufeinander zugehen und voneinander lernen“, so Lankeit.

Aufeinander zugehen, Verständigung suchen und nicht kapitulieren: Das ist es auch, was die Vorsitzende der Deutsch-Französischen-Gesellschaft, Christa Neifeind, angesichts der jüngsten Terroranschläge forderte. „Vielleicht kommen wir dann auch dazu, uns in gemeinsamer Stärke gegen den Terror aufzustellen und zu sagen: Ich habe keine Angst, ich lebe mutig meine Freiheit.“

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