Verein Alumni: Gartenparzellen für Studenten

Mais unter alten Obstbäumen in der Göttinger Südstadt

Erntezeit im Göttinger Alumni-Student-Garden an der Kiesseestraße: (von links) Apurva Olwe, Masoud Abbasi, Amelie Quarz, Elif Yurt, Alina Seiler, Laura Breitsameter und Katharina Kastendieck.
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Erntezeit im Göttinger Alumni-Student-Garden an der Kiesseestraße: Es freuen sich (von links) Apurva Olwe, Masoud Abbasi, Amelie Quarz, Elif Yurt, Alina Seiler, Laura Breitsameter und Katharina Kastendieck.

Wege zukünftsfähiger Landnutzung erkunden Studierende der Uni Göttingen seit dem Frühjahr im Alumni-Göttingen Student Garden an der Kiesseestraße.

Göttingen - Die Stiftung WissenWecken gGmbh fördert ausgewählte Projekte mit bis zu 1000 Euro im Jahr. Alte Obstbäume, in dessen Höhlen die seltene Spechtart des Wendehalses nistet, stehen auf dem mehrere 100 Quadratmeter großen Grundstück. Hecken und hohe Haselnusssträucher gliedern die Parzelle des Kleingartenvereins Stegemühle.

Ein Gönner des Alumni-Vereins hat sie in den vergangenen Jahren bewirtschaftet. Aus Altersgründen kann er das nicht mehr. Er stellt sie daher seit September 2020 dem Ehemaligenverein der Universität zur Verfügung, berichtet Alumni-Geschäftsführerin Katharina Kastendieck.

Der Verein gewann die Stiftung als Finanzier studentischer Projekte. „Sechs Bewerbungen gingen bei uns ein, drei erhielten einen Zuschlag“, berichtet die Gründerin und Geschäftsführerin von WissenWecken, Dr. Laura Breitsameter. Die Stiftung, berichtet die promovierte Agrarwissenschaftlerin, fördert eine zukunftsfähige Landwirtschaft, Nachhaltigkeit und Umweltbildung.

So pflanzt nun an der Kiesseestraße der Arbeitskreis Ernährungsbildung, der zur Initiative Ernährungsrat Göttingen gehört, gemeinsam mit Jugendlichen Lebensmittel an: darunter Kartoffeln, Erbsen oder Salat. „Unsere Tomaten haben unter dem vielen Regen gelitten“, berichtet Alina Seiler, die den Arbeitskreis gemeinsam mit Amelie Quarz leitet. Zu schaffen machen allen Studierenden-Gruppen die vielen Nacktschnecken, die sich während des feuchten, kühlen Sommers stark vermehrt haben.

Ringelblumen und Kapuzinerkresse, Borretsch, Portulak und Meerrettich baut die Basisgruppe Umweltwissenschaften auf ihrem Beet an. „Wir suchen nach essbaren Pflanzen, die mit wenig Wasser auskommen“, berichtet Apurva Olwe. Das Saatgut seltener Arten erhielt die Gruppe vom Botanischen Garten der Universität. Die Studierenden planen ein Rezeptbuch, was die Stiftung ebenfalls fördern will.

Um die Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit geht es einer Gruppe junger Göttinger, die ihren Master in Nachhaltiger Internationaler Landwirtschaft machen wollen. Sie experimentieren mit einer Kiste, in der Regenwürmer Küchenabfälle kompostieren. Außerdem bauen sie seltene Kartoffelarten an, die robuster gegen Pflanzenkrankheiten sind als Hochleistungssorten.

Mit dabei im Alumni-Garten ist schließlich das Foyer International der Hochschule. Die Studierenden bauen auf ihrem Beet Mais, Bohnen und Kürbis zusammen an. „Die Bohnen können an dem in die Höhe schießenden Mais emporranken“, erläutert Elif Yurt. „Die Bohnen binden Stickstoff, der den Mais düngt“, erläutert Massoud Abbasi. Die großen Blätter des Kürbis wiederum schützen den Boden vor Austrockung. Milpa nennt sich dieses Landwirtschaftssystem der alten Maya. (Michael Caspar)

Verkosten die violetten Blüten des Borretschs im Alumni-Garten für Studenten der Uni Göttingen: (von links) Katharina Kastendieck, Laura Breitsameter und Apurva Olwe.

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