Martini-Krankenhaus Duderstadt: Geburtsstation Mitte 2017 dicht

Klinik im Umbruch: Das St. Martini Krankenhaus in Duderstadt wird einen Anbau erhalten und modernisiert. Aber: Mitte 2017 wird die Geburtsstation geschlossen. Foto: nh

Duderstadt. Vor wenigen Tagen gab es eine gute Nachricht für das Krankenhaus St. Martini in Duderstadt: Die Planbettenzahl wurde erhöht. Jetzt meldet die Klinik eine schlechte Nachricht hinterher: Mitte 2017 wird die Geburtsstation geschlossen.

„Allen angestellten Mitarbeitern haben wir eine Weiterbeschäftigung angeboten. Mit den beiden Fachärzten sind wir im Gespräch“, sagt Markus Kohlstedde.

Für werdende Mütter kämen dann die Geburtsstationen in den Göttinger Krankenhäusern Neu-Mariahilf, Neu-Bethlehem und Universitätsmedizin sowie in Northeim und Heiligenstadt in Frage, wo das Eichsfeld-Klinikum im St.-Vincenz-Verbund mit St. Martini ist.

Grund für die Schließung sind zu wenige Geburten. 2010 waren es 320, 2012 genau 348 und für 2016 werden 327 Geburten erwartet. „Sie bewegen sich auf einem konstant niedrigem Niveau“, sagt Kohlstedde. Zu wenig für einen kostendeckenden Betrieb, für den 550 bis 600 Geburten pro Jahr notwendig sind. So blieb alljährlich ein Verlust in sechsstelliger Höhe hängen. Das sei laut Kohlstedde nicht länger zu verantworten.

Das erfordere leider, sich auf die aktuelle Situation einzustellen, also die Geburtsstation zu schließen. „Die Entscheidung ist den verantwortlichen Gremien intensiv diskutiert worden, Alternativen wurden geprüft, doch die Demografie lässt sich nicht aufhalten.“

Demgegenüber werden – wie schon durch die Planbettenzahl-Erhöhung ersichtlich – die Abteilungen Innere Medizin und Chirurgie erweitert.

Markus Kohlstedde lobt das Personal der Geburtshilfe: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geburtshilfe haben einen wertvollen Beitrag zur positiven Ausstrahlung des St. Martini geleistet. Die wirtschaftlichen und demografischen Fakten ändern nichts an der guten fachlichen und menschlichen Arbeit des geburtshilflichen Teams.“

Aber es gibt vor Weihnachten auch eine gute Nachricht, die der Landtagsabgeordnete Lothar Koch und Bürgermeister Wolfgang Nolte der Krankenhausleitung von Sozialministerin Cornelia Rundt überbrachten: Es gab Grünes Licht vom Krankenhausplanungsausschuss für den Antrag auf Investitionsförderung der Modernisierung von St. Martini, die etwa zehn Millionen Euro kosten soll. Baustart soll im ersten Halbjahr 2018 sein. Der bestehende Bettenflügel soll erweitert werden. Ziel ist die Verdopplung der bestehenden Stationsflächen.

Insgesamt gehe es darum, das Haus wirtschaftlich zu führen. Man stünde in der Verantwortung den Vinzentinerinnen, die in der letzten Dekade vor 2014 anfallende Defizite in zweistelliger Millionenhöhe getragen haben. „Mit höchstem finanziellen Risiko haben die Ordensschwestern das Überleben des Hauses gesichert“, so der Geschäftsführer. 

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