Neue Verordnung

Corona: Lockdown light in Niedersachsen - Diese drastischen Maßnahmen gelten ab heute

Der Teil-Lockdown in Niedersachsen beginnt am Montag (02. November). Dafür haben Bund und Länder neue Corona-Regeln beschlossen. Ein Überblick über die aktuelle Lage.

  • Bund und Länder haben einen Teil-Lockdown beschlossen.
  • Die neuen Corona-Regeln gelten auch für Niedersachsen.
  • Sie treten am Montag (2. November) in Kraft.

Göttingen - Die Corona-Fälle in Deutschland nehmen immer weiter zu. Nun wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Länderchefs die Ausbreitung entscheidend eindämmen. Der Teil-Lockdown wurde vergangene Woche beschlossen. Die neuen Corona-Regeln gelten ab Montag (2. November) auch für Niedersachsen.

Wegen steigender Corona-Fälle: Für Niedersachsen gelten ab Montag neue Regeln

Laut Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) könne der enorme Anstieg der Corona-Zahlen nur mit einem Teil-Lockdown gebremst werden. „Wenn wir uns jetzt in einer dramatischen Lage befinden, müssen wir deswegen alle Möglichkeiten für eine Kontaktreduzierung nutzen, weil wir nicht die Chance zu sicheren punktuellen Eingriffen haben“, verteidigte Weil den beschlossenen Corona-Lockdown bei einer Debatte im niedersächsischen Landtag. Schlussendlich ginge es darum, die persönlichen Kontakte zu minimieren.

Die Anzahl der Kontakte soll in Niedersachsen drastisch reduziert werden. Deswegen gilt ab Montag (2. November): Private Treffen sind nur noch mit bis zu zehn Menschen aus maximal zwei Haushalten erlaubt. Allerdings bestätigten auch in diesem Fall die Ausnahmen die Regel. Denn: Ausgenommen sind enge Angehörige und Kinder bis zu einem Alter von zwölf Jahren.

Laut Landesregierung bedeutet das zum Beispiel, dass etwa zwei bereits jeweils in einer eigenen Wohnung lebende erwachsene Kinder sich bei ihren Eltern treffen dürfen, obwohl diese kleine Gruppe aus mehr als zwei Hausständen stammt. Und es bedeutet auch, dass Kinder unter zwölf Jahren beispielsweise nachmittags nach der Schule gemeinsam zu dritt oder auch zu viert bei einem der Kinder in der Wohnung oder im eigenen Garten spielen dürfen.

Corona-Regeln in Niedersachsen: Bars, Kneipen und Restaurants müssen schließen

Gastronomiebetriebe wie Bars, Kneipen und Restaurants müssen in Niedersachsen ab Montag (2. November) geschlossen bleiben. Abhol- und Bringdienste sind erlaubt. Mensen, Kantinen und Cafeterien für Mitarbeiter und Studierende sind von den neuen Corona-Regeln nicht betroffen.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) verteidigt die beschlossenen Corona-Regeln im Landtag.

Auch sportliche Einrichtungen wie Schwimmbäder und Fitnessstudios dürfen ihre Angebote für Kunden während des Teil-Lockdowns im November nicht anbieten. Das Gleiche gilt für Massagepraxen, Kosmetikstudios und Tattoostudios. Folgende Einrichtungen sind auch geschlossen:

  • Theater
  • Opern
  • Konzerthäuser
  • Messen
  • Kinos
  • Freizeitparks
  • Tierparks
  • Saunen
  • Spielhallen
  • Bordelle

Friseursalons dürfen geöffnet bleiben.

Zudem sind alle Weihnachtsmärkte in Niedersachsen im November verboten. Ob niedersächsische Städte und Landkreise ihre Weihnachtsmärkte im Dezember veranstalten dürfen, steht noch nicht fest. Allerdings sind in diesem Jahr bereits viele Weihnachtsmärkte in Niedersachsen abgesagt - so wie der beliebte Weihnachtswald in Goslar.

Corona-Regeln gelten auch für Veranstaltungen in Niedersachsen

Für Veranstaltungen im öffentlichen Raum gelten folgende Corona-Regeln: Bei sitzendem Publikum sind nicht mehr als 50 Besucher erlaubt. Veranstaltungen mit zeitweise stehendem Publikum können auf Antrag genehmigt werden. Religiöse Zusammenkünfte einschließlich Trauungen, Beerdigungen, Firmungen und ähnliches sind unabhängig von der Zahl der Teilnehmer zulässig. Aber: Die Veranstalter müssen ein Hygienekonzept vorlegen.

Touristische Übernachtungen in Deutschland sind in Hotels und auf Campingplätzen untersagt. Auch touristische Bus-, Schiffs- und Kutschfahrten sind in Niedersachsen verboten. Die Corona-Regeln gelten für notwendige Geschäftsreisen nicht. Touristen, die vor dem 2. November angereist sind, können ihren Urlaub in Niedersachsen noch beenden. Besitzer dürfen ihre eigenen Ferienhäuser und Ferienwohnungen bewohnen. Das gilt auch für Dauercamper.

Teil-Lockdown: Auch in Niedersachsen gelten ab Montag (2. November) die beschlossenen Corona-Regeln - so müssen unter anderem gastronomische Betreibe schließen (Symbolbild).

Der Amateursport ist stark eingeschränkt. Veranstaltungen im Profisport dürfen nur noch ohne Zuschauer stattfinden.

Unternehmen, die von den Corona-Regeln mit finanziellen Einbußen rechnen müssen, bekommen einen Großteil ihres Umsatzausfalls vom Bund erstattet. Der Staat plant für die finanziellen Hilfen in ganz Deutschland mit einem Volumen von bis zu zehn Milliarden Euro. Unternehmen sollen ihre Angestellten in Heimarbeit schicken - wo immer das möglich ist.

Niedersachsen: Für Schulen und Kitas gelten neue Corona-Regeln im November

Ladengeschäfte dürfen laut der neuen Corona-Regeln in Niedersachsen ab Montag (2. November) geöffnet sein - zumindest unter Auflagen. Schulen und Kitas bleiben geöffnet. Allerdings gelten für die Einrichtungen neue Maßnahmen: Für alle Schüler in weiterführenden Schulen in Corona-Hotspots, also bei einer 7-Tages-Inzidenz über 50, gilt eine Maskenpflicht auch im Unterricht. Steigt der Inzidenzwert in einer Kommune über 100 und verordnet eine Behörde etwa eine Quarantäne für eine Klasse wechselt die Schule vom Präsenzunterricht in den Wechselbetrieb mit geteilten Klassen.

„Gelingt es uns nicht, die Infektionen in den Griff zu kriegen, dann drohen noch viel härtere Maßnahmen als diejenigen, über die ich Ihnen heute zu berichten habe“, sagte Stephan Weil im niedersächsischen Landtag. Die beschlossenen Corona-Regeln sollen in Niedersachsen vorläufig bis Ende November gelten. (Jan Wendt)

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.