Landkreis Göttingen: Mastschweine dürfen auf Stroh schlafen

Projekt soll die Region Göttingen zu einem Modell einer anderen Tierhaltung machen

Schweine stehen und liegen auf Stroh in einem Stall.
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Südniedersachsen soll zu einer Modellregion für nachhaltige Nutztierhaltung werden: Diese Mastschweine dürfen auf Stroh schlafen.

Schweine, die auf Stroh gehalten werden statt wie üblich auf Beton: Die Region Südniedersachsen soll zu einer Modellregion für nachhaltige Nutztierhaltung werden.

Hattorf/Göttingen – Das zumindest wünschen sich die Akteure vom Landvolk Göttingen und deren Netzwerkpartner, die das Thema nach vorne bringen wollen.

Der Anfang ist gemacht, am Mittwoch übergab Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast in Hattorf am Harz für das Projekt einen Förderbescheid in Höhe von 38 000 Euro als Zuschuss für eine 51 000 Euro teure Analyse und eine Machbarkeitsstudie. Sollte diese zu einem positiven Gesamtergebnis kommen, könnte die Modellregion dann ab 2021 entstehen.

Landkreis Göttingen: Mensen sind die größten Abnehmer

Das Ziel ist, Erzeuger, Verarbeiter, Vermarkter und Verbraucher im Sinne einer regionalen, nachhaltigen und den Verbraucherwünschen entsprechenden Landwirtschaft zusammenzubringen.

So solle der Verbraucher unter anderem die Möglichkeit bekommen, beispielsweise auf Stroh gehaltene, auf regionalen Höfen produzierte und vor Ort geschlachtete Schweine in örtlichen Geschäften als Endprodukte zu einem angemessenen Preis zu kaufen. In der Region ist einer der größten Abnehmer von Strohschweinen die Uni Göttingen mit ihren Mensen.

Landkreis Göttingen: In Hattorf überreichte Ministerin Barbara Otte-Kinast den Bewilligungsbescheid für das Projekt

Man sei bewusst in den südlichen Teil Niedersachsens gegangen, wo die Nutztierhaltung seit Jahren rückläufig ist. Doch gerade deshalb - und, um den verbleibenden Tierhaltern in der Region eine Perspektive zum Weitermachen zu bieten -, böte die Region eine Chance.

Mit dem Projekt verbindet die Ministerin auch den Wunsch, dass die Landwirte einen neuen Betriebszweig für sich entdecken und dadurch die Wirtschaftlichkeit verbessern. In Hattorf am Harz überreichte Ministerin Barbara Otte-Kinast an Hubert Kellner als Vorsitzenden des Landvolks Göttingen den Bewilligungsbescheid für das Projekt „Modellregion nachhaltige Nutztierhaltung Südniedersachsen“.

Landkreis Göttingen: Der Ort für die Übergabe des Förderbescheides wurde bewusst gewählt

Bis Ende des Jahres soll Anna-Marie Bürger als Projektleiterin des Landvolks Göttingen Fakten zusammentragen, ob es in der Region ausreichend Landwirte, Lebensmittelverarbeiter, Händler und Gastronomen sowie Verbraucher gibt, die sich an dieser Wertschöpfungskette nachhaltige Tierhaltung beteiligen.

Der Ort für die Übergabe des Förderbescheides wurde bewusst gewählt: Bei der Fleischerei Koithan in Hattorf am Harz, bei der die gesamte Familie eingebunden ist, setzt man schon seit 2006 auf Strohschweine: Neben dem eigenen Modell- und Demonstrationsstall mit Auslauf, in dem die Familie selber Strohschweine mästet und eigene Erfahrungen sammelt, kauft der mittelständische Betrieb mit 114 Mitarbeitern die Schweine für seine sieben Ladengeschäfte zwischen Northeim und Goslar bei sieben Vertragslandwirten, die neben Stroh als Einstreu beispielsweise den Tieren mehr Platz sowie spezielles Futter bieten müssen. Das beeindruckte auch Ministerin Barbara Otte-Kinast: „Alternative Tierhaltungsformen und regionale Wertschöpfung passen hier gut zusammen.“  (phl)

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