Basisgruppe befürchtet Exmatrikulationen

Universität entschärft Studienordnung: Medizin-Studenten atmen auf

Die Universitätsmedizin Göttingen: Hier studieren 3400 Frauen und Männer Humanmedizin. Foto: Kopietz
+
Die Universitätsmedizin Göttingen: Hier studieren 3400 Frauen und Männer Humanmedizin.

Göttingen. Medizin-Studenten in Göttingen können zunächst aufatmen. Vielen drohte die Zwangs-Exmatrikulation. Die genaue Zahl ist noch nicht klar. Hintergrund ist die Einführung der neuen Studienordnung im September 2012.

Doch am Montag wurden bei der Sitzung des Fakultätsrates viele der Regelungen entschärft. Viele Studierende der Humanmediziner in Göttingen waren zuvor richtig sauer. An der Universitätsmedizin gibt es derzeit 3400 Studenten der Humanmedizin.

Problematisch war vor allem die 18-Monate-Regelung, sagt Pauline Wildenauer. Sie vertritt die Basisgruppe Medizin und zahlreiche Studenten, die durch die neue Regelung massive Nachteile befürchtet hatten. Die Regelung besagte, dass eine Prüfung für ein Modul innerhalb von 18 Monaten nach dem von der Regelstudienzeit vorgeschriebenen Beginn bestanden sein muss. Sonst droht die Zwangs-Exmatrikulation. Jetzt wurde die Regel abgemildert: Die 18 Monate laufen erst an, wenn das Modul erstmals im Studium belegt wird. Bis auf die erste Klausur ist zudem eine selbstständige An- und Abmeldung möglich. Sonderregelungen gibt es künftig für Studierende, die wissenschaftlich arbeiten, eine Promotion vorbereiten oder aber krank werden beziehungsweise Kinder haben. Dazu gibt es eine Härtefallkommission

Derzeit läuft noch eine Übergangszeit, die aber zum 30. September enden sollte. Bis dahin sollten alle geschobenen Prüfungen nachgeholt sein. Diese Frist wurde bis zum 31. März 2014 verlängert. Wer am wissenschaftlichen Jacob-Henle-Programm mitarbeitet, hat mit den Prüfungen bis Ende September kommenden Jahres Luft.

1200 Unterschriften

„Es ist bezeichnend, dass erst über 1200 Unterschriften gesammelt und zahlreiche Gespräche mit GremienvertreterInnen geführt werden müssen, damit sich was bewegt“, sagte ein Vertreter der Basisgruppe Medizin Göttingen. Das Ergebnis der Sitzung, insbesondere die Verlängerung der Übergangsfrist, bedeutet für viele Studierende eine deutliche Erleichterung, da sie ein letztes Mal die Möglichkeit bekommen fehlende Leistungen zu erbringen, heißt es von Seiten der Studenten. Für manche komme der Beschluss jedoch zu spät – sie werden höchstwahrscheinlich exmatrikuliert, so die Befürchtung.

Dazu Pauline Wildenauer, ebenfalls Vertreterin der Basisgruppe Medizin: „Angesichts der laut der Ordnung vom März auslaufenden Frist Ende September sind viele Studierende unter starkem psychischen Druck stehend in ihre dritten, also letzten Prüfungsversuch gegangen.“ Dass man mit dem Damoklesschwert Exmatrikulation über sich schwebend keine gute Klausurleistung erbringen könne, sei klar. Man müsse nun abwarten, wie viele Studierende von einer Exmatrikulation betroffen seien. (bsc)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.