Die neuesten Zahlen des Arbeitsmarktes erstaunen

Mehr Jugendliche im Landkreis sind ohne Job

Welcher Job ist der richtige? Viele Jugendliche sind bei der Suche nach dem passenden Arbeitsplatz hilflos und brauchen systematische Unterstützung. Foto: dpa

Göttingen/Northeim. Entgegen der vergangenen Jahre gibt es in 2016 wieder mehr arbeitslose Jugendliche. Auffangnetze sollen Schulabgängern und Flüchtlingen eine Perspektive bieten.

Im Landkreis Göttingen sind in diesem Jahr wieder mehr Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren ohne Job als in 2015.

Das ergeben die jüngsten Auswertungen der Agentur für Arbeit. Demnach waren Stand Ende November durchschnittlich 162 Jugendliche mehr arbeitslos als im Vorjahr (852).

Mehr junge Flüchtlinge

Die Ursache liege darin, dass sich in der Gruppe der jungen Arbeitslosen die geflüchteten Menschen besonders bemerkbar machten, da eine große Zahl der Flüchtlinge noch sehr jung sei, sagt Christine Gudd, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit in Göttingen.

Im bundesweiten Vergleich liegt der Landkreis aber immer noch nahe am Mittel und steht besser da als der Landkreis Northeim. Dort gibt es zwar 15 arbeitslose Jugendliche weniger als im vergangenen Jahr (467), die bisherige Jahresquote ist jedoch 1,3 Prozent höher als der derzeitige deutsche Durchschnitt (5,4).

Grund zur Sorge ist das aber nicht. In Deutschland und auch in Südniedersachsen arbeiten deutlich mehr Jugendliche als in anderen europäischen Ländern. In Spanien etwa lag die Jugendarbeitslosigkeit 2015 bei 45 Prozent, in Griechenland gar bei 50.

Auffangnetze funktionieren

Dass hierzulande weitaus weniger Jugendliche ohne Job dastehen, ist den funktionierenden Auffangnetzen für Schulabgänger wie den Berufsbildenden Maßnahmen der Agentur für Arbeit zu verdanken. Schulabgängern, egal welcher Schulform, werden betriebliche Praktika vermittelt, aus denen im Bestfall ein Ausbildungsplatz entsteht. Die Vermittlungsquote des letzten Jahrgangs lag bei hohen 50 Prozent. Auch neunmonatige Praktika, sogenannte Einstiegsqualifizierungen, werden angeboten. Dieses Angebot richtet sich auch an junge Flüchtlinge.

Ende September waren im Landkreis Göttingen nur 70 Ausbildungsstellen unbesetzt, im Landkreis Northeim 34.

Hintergrund: So entwickelte sich die Quote

Auch wenn die Jugendarbeitslosigkeit im Landkreis Göttingen wieder angestiegen ist (Stand Ende November für 2016: 5,6 Prozent; Landkreis Northeim: 6,7), die Entwicklung der vergangenen Jahre ist positiv. 2009 waren noch 6,7 Prozent der unter 25-Jährigen ohne Job (9,4), 2010 waren es 5,8 (8,7), im Jahr darauf 5,4 (7,8), 2012 lag die Quote bei 4,5 (7,1), gefolgt von 4,8 (7,4) in 2013 und 4,3 (6,5) in 2014. 2015 waren 4,8 (6,9) Prozent der Jugendlichen arbeitslos.

Der Landkreis Göttingen liegt damit derzeit sehr nah an der deutschlandweiten Quote für 2016: 5,4 Prozent. Diese ist im Vergleich zum Vorjahr (5,3) beinahe identisch geblieben.

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