Interessierte lernen bei Aktion, wie man seine Computerdaten verschlüsselt

Mehr Krypto als Party

Verschlüsselung am PC: Informatiker Thomas Grabietz gab dazu wertvolle Tipps.
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Verschlüsselung am PC: Informatiker Thomas Grabietz gab dazu wertvolle Tipps.

Göttingen. Die Theorie ist Thomas Grabietz sehr wichtig. Eine ganze PowerPoint Präsentation hat er entworfen, um den Teilnehmern des ungewöhnlichen Treffens im Jungen Theater die Kryptographie zu erklären.

Sie wollen lernen, wie man sich im Internet bewegt, ohne dass jemand mitverfolgen kann welche Webseiten sie besuchen oder was in ihren Emails steht. „Passiven Widerstand“, nennt Grabietz das.

In Kinosesseln mit Laptops auf den Knien sitzen jung und alt vor ihm und tippen auf ihren Tastaturen. Der Veranstaltungsort ist optimal: Eine Bar direkt nebenan, überall Mehrfachsteckdosen für die Laptopakkus, ein Beamer mit Leinwand und eine drahtlose Internetverbindung. Kryptographie kommt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie „geheim schreiben“ oder „verschlüsseln“ Denn das ist es, was der Göttinger Informatiker Thomas Grabietz den Interessierten beibringen will. Die unsichere Internetverbindung erschwert ihm und den zehn Teilnehmer das jedoch immer wieder, sodass er mit einem zwinkernden Auge eine Verschwörungstheorie hinter den Verbindungsproblemen vermutet.

Für Grabietz ist es die erste Kryptoparty, die er nur aus Interesse und nicht aus politischer Motivation anbietet, wie er erzählt. Der politische Aspekt kommt dann aber doch immer wieder durch: „Das Ausspionieren und Abhören macht mich sauer, da müssen wir etwas gegen unternehmen, weil die Geheimdienste damit rechnen, dass wir es einfach mit uns machen lassen“, sagt er. Mehrere Göttinger Lokalitäten hatte er angefragt, doch keine erklärte sich bereit, eine Kryptoparty stattfinden zu lassen: „Offenbar haben sie alle schlechte Erfahrungen gemacht, wenn sie ihre Netzwerkschlüssel herausgegeben haben. Hier im Jungen Theater ist es auch nur möglich, weil man sich für das drahtlose Netzwerk mit seinen persönlichen Daten registrieren muss.“

Tom zeigt den Teilnehmern was man für eine Verschlüsselung, also das unleserlich machen von Text- oder Bildinformationen benötigt. Sowohl Sender, als auch Empfänger brauchen Schlüssel: Einen öffentlichen und einen privaten. Der öffentliche Schlüssel ist auf einem Server hinterlegt, der aber nur mit dem privaten Schlüssel „aufgeschlossen“ werden kann. „Das heißt im Umkehrschluss, dass derjenige, der den Schlüssel nicht hat, auch nichts erkennen kann außer einer riesige Kombination von Buchstaben, Zahlen und Zeichen“, erklärt Informatiker Grabietz.

Einen neuen Versuch startet Grabietz mit seiner zweiten Cryptoparty am 18. September wieder im JT-Keller. Für Interessierte, die noch mehr erfahren wollen gibt es sogar ein Kryptoparty Handbuch. (zli)

So macht macht E-Mails sicher

Um E-Mails vor Dritten zu schützen gibt es ein kleines, aber effektives Programm. PGP - Pretty Good Privacy, was frei übersetzt „Ziemlich gute Privatsphäre“ heißt, bietet das dazu notwendige Handwerkszeug.

Eine Anleitung zu PGP gibt es auf der Internetseite des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein. (bsc) http://zu.hna.de/pgp2013

Von Lisa Brüßler

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