Skandal an Uniklinikum: Mehr Macht für die Kontrolleure

Passau/Göttingen. Kritik an der Göttinger Universitätsmedizin und Verbesserungsvorschläge zu Transplantationsvorgaben kommen von Ärztekammer, Politik und Patientenverbänden Der Chef der Ärztekammer, Frank Ulrich Montgomery hat eine stärkere Selbstkontrolle in den Transplantationskliniken gefordert.

Es müsse gefragt werden, ob die Selbstkontrolle ausreichend funktioniere, sagte er und fordert mehr Kompetenzen für die Überwachungs- und Kontrollgremien von Deutscher Stiftung Organtransplantationen und Bundesärztekammer.

Forderungen stellt auch die Deutsche Hospizstiftung: Alle Lebertransplantationen der vergangenen fünf Jahren müssten überprüft werden. Massive Kritik kamen auch an Provisionsregelungen für Ärzte, die an Transplantationszahlen gekoppelt seien: Diese Zahlungen schafften finanzielle Anreize, das System zu manipulieren.

Für den Organspendeskandal muss nach Ansicht des Vorstands der Deutschen Hospiz Stiftung, Eugen Brysch, auch die Universitätsklinik Göttingen eine Verantwortung übernehmen. „Bis jetzt sehe ich nicht, dass das Klinikum Opfer ist, es hat nur einen Imageschaden“, sagte Brysch.

An den Transplantationen habe das Klinikum gut verdient. „Als Patientenorganisation fordern wir, dass von den unberechtigten Transplantationen ein Teil des Geldes an die Versicherungsträger zurückgezahlt wird.“ Für eine Transplantation erhalten die Krankenhäuser nach seinen Angaben zwischen 150 000 und 200 000 Euro. (dpa/(tko)

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