Bluesrock-Gitarrist Joe Bonamassa und Band begeistern

Meister der verblüffenden Soli rockt die Lokhalle

Zeigte, wo der Hammer hängt: Joe Bonamassa beim Auftritt in der Göttinger Lokhalle. Foto:  Jelinek

Göttingen. Im weiten Feld zwischen Blues und Rock hat er nicht nur unter Gitarristen inzwischen Kultstatus erlangt: Der 37-jährige US-amerikanische Saitenkünstler und passionierte Gitarrensammler Joe Bonamassa lockte am Samstagabend 2500 Besucher in die Göttinger Lokhalle.

Passend zur Veröffentlichung seines von den Fans sehnlich erwarteten neuen Albums „Tour de force - Live in London“ gab er ein in zwei stilistisch unterschiedliche Sets geteiltes Doppelkonzert.

Kneipenatmosphäre

Im ersten, pünktlich begonnenen Teil verbreitete die Band sitzend und ohne Schlagzeugbegleitung eine kneipenartige Atmosphäre mit akustischen Instrumenten, wobei Blues mit Anklängen irischer Volksmusik, Reggae und Charleston-Klavier vermischt wurde.

Zielsicher griff sich Bonamassa zu jedem Song die geeignete seiner sieben Akustikgitarren. Keine Frage, dass er sich reichlich Freiräume für seine dynamischen und verblüffenden Soli einräumte, doch auch Weltklasse-Perkussionist Lenny Castro wusste zu begeistern.

Der Ire Gerry O’Connor streute seine Klangfarben auf Geige und Banjo ein und Mats Wester aus Schweden sorgte für eher ungewohnte Töne von Mandola und Nyckelharpa, ergänzt durch Keyboarder Derek Sherinian. Auf die Ansage der Songtitel verzichtete Bonamassa.

Elektrisch verstärkt

Nach der Pause startete die Band dann mit dem wuchtig trommelnden Schlagzeuger Tal Bergman und E-Bassist Carmine Rojas in den elektrischen und heftigeren Set des Abends. Hier zeigte Bonamassa dann endgültig, wo in diesem Genre der Hammer hängt und die gesamte Band riss die Zuhörer zu Begeisterungsstürmen hin. Auch Sherinian wuchs hinter seiner Tastenburg über sich hinaus. Allerdings kam der Gesamtsound in sehr lauten Passagen etwas verwaschen herüber.

Einschließlich einer ausgiebigen Zugabe wurde das Publikum mit fast drei Stunden bester Musik versorgt.

Von Wolfgang Wollek

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