Tag der Menschenrechte: Göttinger Initiativen erinnern an die Opfer

Info-Stand: Während der Gedenkation führte Bündnissprecher Stefan Klingbeil (links) Interviews mit Mitgliedern beteiligter Initiativen – hier mit Lena Hennig (Mitte) und Sabine Burger (rechts) vom Verein Refugee-Network Göttingen. Foto: Schröter

Göttingen. Mit einer gemeinsamen Aktion hat ein Bündnis verschiedener Göttinger Initiativen anlässlich des internationalen Tages der Menschenrechte den vielen Menschen gedacht, die in diesem Jahr an den europäischen Außengrenzen ihr Leben verloren haben.

„Wie wir in Deutschland und Europa mit jenen umgehen, die bei uns Schutz suchen, entscheidet darüber, wie offen und tolerant unsere Gesellschaft ist“, sagte Bündnissprecher Stefan Klingbeil. „Das Recht auf Bildung, Gesundheit, Wohnung, soziale Sicherheit und politische Teilhabe muss für alle Menschen gelten, die hier leben, unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Pass und ihrem Aufenthaltsstatus.“ Dazu gehöre auch das Recht zu gehen, zu kommen und zu bleiben. Das Bündnis ‘welcome 2 stay’ wolle deutlich machen, wie groß die gesellschaftliche Kraft der Unterstützung ist. „Hunderttausende Engagierte setzen sich in Deutschland ehrenamtlich für Flüchtlinge ein“, so Klingbeil.

Das Göttinger Initiativenbündnis fordert den Rat der Stadt Göttingen auf, die Aufnahme von 200 Flüchtlingen aus den Ländern an den Außengrenzen Europas zu initiieren. Derzeit sind in Göttinger Unterkünften 1500 Flüchtlinge untergebracht, es gibt dort aber insgesamt 2200 Plätze. „Selbst bei weiteren Verteilungen von Flüchtlingen nach Göttingen gibt es hier noch Platz in beheizten Unterkünften, während Geflüchtete in Griechenland oder Italien in völlig überfüllten Lagern unter unzumutbaren Bedingungen kampieren müssen“, sagte Klingbeil.

Die Mahn- und Gedenkaktion am Tag der Menschenrechte wurden unter anderem unterstützt vom Aktionskreis Asyl Göttingen, dem Boat People Projekt, der Flüchtlingshilfe der ehemaligen Voigtschule, dem Refugee Network Göttingen sowie der Umweltgewerkschaft. Den Höhepunkt bildete eine Menschenkette zum Gedenken an die Menschen, die ihr Leben auf der Flucht verloren haben. Daran beteiligten sich in der gut besuchten Fußgängerzone rund 300 Helfer, Engagierte, Geflüchtete und Passanten. (per)

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