Aktion der Wohnrauminitiative

Mieterhöhungen: 500 Protestbriefe gingen an Göttinger Studentenwerk

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Aktion der Göttinger Wohnrauminitiative: Sie überreichte der Geschäftsführung des Studentenwerks am Montag einen Sack voller Protestbriefe.

Göttingen. Die Göttinger Wohnrauminitiative wehrt sich gegen höhere Mieten. Am Montag überreichten Mitglieder einen Sack mit mehr als 500 Briefen von Studenten an die Leitung des Studentenwerks.

In den Briefen drücken die Bewohner aus den Wohnheimen des Studentenwerks ihren Unmut über die Mieterhöhungen für Neuverträge aus und erklären ihr Unverständnis über die Art und Weise, wie diese umgesetzt wurden. „Die zum Jahresbeginn in Kraft getretenen Mieterhöhungen für Neuverträge und Verlängerungen wurden seitens des Studentenwerks nicht transparent kommuniziert, sodass dies durch die Selbstverwaltungen übernommen werden musste“, wird von Seiten der Wohnrauminitiative kritisiert.

„Die Sanierungen und die Neubauten von Wohnheimen sind notwendig, doch diese Kosten können nicht von Studierenden getragen werden“, heißt es im offenen Brief an das Studentenwerk. „Stattdessen sehen wir es als Aufgabe des Studentenwerks Göttingen, sich nachdrücklich um alternative Finanzierung, beispielsweise beim Land Niedersachsen, zu bemühen“, heißt es weiter.

Resolution der SPD

Unterdessen meldet sich in der aktuellen Diskussion der SPD-Stadtverband Göttingen zu Wort. Während der jüngsten Delegiertenversammlung wurde den „Wohnheimbewohnern“ der Rücken gestärkt. In einer Resolution wird das Studentenwerk aufgefordert, „für einen sozialverträglich Mietzins“ zu sorgen. Hauptkritikpunkt ist die Höhe der Mieten, die laut SPD in einigen Wohnheimen bereits über der Wohnpauschale im BAföG liegen.

Studentenwerk wies Kritik zurück

Das Studentenwerk wies die Kritik an den Erhöhungen bereits zurück. Hintergrund für die Anhebung sind nach Angaben der Stiftung öffentlichen Rechts erhebliche Sanierungslasten, die auf den Wohnheimen lasten. Durchschnittlich seien die Mieten um 37 Euro angehoben worden. Es sind laut Studentenwerk lediglich Mietverträge betroffen, die nach dem 1. Januar neu geschlossen werden.

Nach Angaben des Studentenwerks sollen insgesamt 31,6 Millionen Euro bis 2021 in den Bereich studentisches Wohnen fließen, 16 Millionen Euro in den Bereichen Mensen und Cafeterien. „Etwas mehr als die Hälfte der Gesamtinvestitionssumme muss durch Kreditaufnahmen finanziert werden“, sagte Pressesprecherin Anett Reyer-Günther. Das Studentenwerk verfügt über einen höchst unterschiedlichen Gebäudebestand mit etwa 100 Objekten. Die Häuser wurden zwischen 1775 und den 1980er-Jahren gebaut.

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