2,5 Millionen Euro für besonders innovative Forschung an der Uni-Medizin

Prof. Dr. Jutta Gärtner

Göttingen. Kühne Forschungsideen im Doppelpack: Zwei Wissenschaftler der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) erhalten jeweils 1,25 Millionen Euro Förderung von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für außergewöhnliche Forschungsideen.

Als Reinhart Koselleck-Projekte werden die Forschungen von Prof. Dr. Jutta Gärtner, Direktorin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der UMG, und Prof. Dr. Alexander Flügel, Direktor der Abteilung Neuroimmunologie und des Instituts für Multiple-Sklerose-Forschung, mit jeweils 1,25 Millionen Euro über fünf Jahre unterstützt. Prof. Gärtner beschäftigt sich in ihrem Projekt „Neurodegenerative Erkrankungen mit Manifestation im Kindes- und Jugendalter (kindliche Demenzen) – Ursachenklärung und Therapieansätze“ mit Fragen zur Erforschung von genetisch bedingter Demenz bei Kindern und Jugendlichen. Neurodegenerative Erkrankungen, also fortschreitende Erkrankungen mit Zerfall des Nervensystems wie Demenz, werden gemeinhin mit älteren Patienten in Verbindung gebracht. Doch auch bei Kindern und Jugendlichen kommen erbliche neurodegenerative Erkrankungen vor. Erste Krankheitssymptome können bereits im Kleinkind- und Schulalter auftreten. Sie äußern sich durch eine fortschreitende Bewegungsstörung, Krampfanfälle sowie Seh- und Hörstörungen.

Prof. Dr. Alexander Flügel

Prof. Flügel erforscht in seinem Projekt „Funktioneller Cross Talk zwischen Lunge und Gehirn als Ursache von ZNS-Autoimmunität“, welche Rolle die Lunge für das Entstehen von Autoimmunerkrankungen, wie beispielsweise Multiple Sklerose (MS), hat. Prof. Flügels Idee und sein Forschungsansatz: Der Mensch kommuniziert mit der Umwelt durch die Haut, den Darm und die Lunge. Diese Organe ermöglichen es, lebenswichtige Stoffe wie Nahrung, Vitamine und Sauerstoff aufzunehmen. Gleichzeitig sind sie aber auch Eintrittspforten für mögliche schädliche Eindringlinge wie Viren, Bakterien oder Umweltgifte. Daher sind sie direkt oder indirekt an vielen Erkrankungen des Körpers beteiligt. Auch sogenannte Autoimmunerkrankungen entstehen durch Umwelteinflüsse. Bei diesen Erkrankungen richtet sich das Immunsystem fälschlicherweise gegen das körpereigene Gewebe. So kommt es bleibenden Schäden mit entsprechenden funktionellen Ausfällen.

Die DFG vergibt die Reinhart Koselleck-Förderung ausschließlich an Spitzenforscher mit ausgewiesenen wissenschaftlichen Leistungen. Ziel ist es, besonders innovative und zukunftsweisende Forschungsideen zu unterstützen.

Mit dieser besonderen Förderung der DFG bekommen die beiden Forscher die Möglichkeit, wissenschaftliche Pionierarbeit auf ihrem Gebiet zu leisten. Seit 2008 hat kein Göttinger Forscher mehr ein Reinhart Kosselleck-Projekt erhalten. „Deshalb sind wir sehr stolz, dass jetzt gleich zwei Forscher der UMG mit dieser Förderung ausgezeichnet werden“, sagt UMG-Chef Prof. Dr. Heyo Kroemer. (bsc)

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