7,5 Millionen für Göttinger Neuro-Forscher

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Europäisches Fördergeld für drei Göttinger Neuro-Wissenschaflter. Prof. Tobias Moser, Prof. Klaus-Armin Nave und Prof. Dr. Nils Brose.

Göttingen. Drei in einem Forschungverbund tätige Göttinger Neuro-Wissenschaftler erhalten je 2,5 Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren aus dem EU-Eliteförderprogramm ERC Advanced-Grants.

Das Geld geht an Professoren, die in der international erfolgreichen Göttinger „Neuro-Szene“ fest eingebunden sind: Nils Brose (Direktor Molekulare Neurobiologie am Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin), Tobias Moser (Direktor Institut für Auditorische Neurowissenschaften der Universitätsmedizin Göttingen) und Klaus-Armin Nave (Direktor Abteilung Neurogenetik am Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin).

Der Zuschlag ist umso bemerkenswerter, da die Zahl der europaweit vergebenen Grants in diesem Jahr um ein Drittel gekürzt werden – weil so viele Anträge vorlagen. Die drei Göttinger Professoren haben sich gegen 2000 Mitbewerbern behauptet.

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„Dass auf dem Gebiet der Neurobiologie von europaweit zwölf erfolgreichen Anträgen gleich drei ERC-Advanced-Grants nach Göttingen gehen, ist auch eine Auszeichnung für unseren Wissenschaftsstandort“, freut sich Tobias Moser. Das Geld gebrauchen können alle drei für ihre Forschungsbereiche, wie Klaus-Armin Nave betont: „Diese Mittel geben uns die Flexibilität, schnell neue Themengebiete zu erschließen und damit den Neurobiologie-Standort Göttingen weiterzuentwickeln“.

Nave wird das zusätzliche Fördergeld nutzen, um zu entschlüsseln, wie Gliazellen die neuronalen Verbindungen im Gehirn mit Energie versorgen und wie Defekte in diesem Prozess zu neurologischen und psychiatrischen Krankheiten beitragen.

Tobias Moser wird das Geld dazu verwenden, um neue Hörprothesen zu entwickeln, die es erlauben, die Nervenzellen der Hörschnecke im Innenohr mit Licht räumlich präziser anzuregen. Am Ende soll ein besseres Hören als mit den gegenwärtig verwendeten elektrischen Cochlea-Implantaten stehen.

Nils Brose untersucht, wie die Feinregulation der Signalübertragung zwischen Nervenzellen unser Verhalten kontrolliert und warum deren Fehlfunktion zu neuropsychiatrischen Erkrankungen führt.

Brose und Moser arbeiten seit 15 Jahren zusammen. „Tobias Moser wird ab dem nächsten Jahr einen Teil seiner Arbeitsgruppe am Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin ansiedeln“, beschreibt Brose. Tobias Moser hat im März den renommierten Leibniz-Preis erhalten. Er leitet seit fünf Jahren den von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit 16,5 Millio-nen Euro geförderten Sonderforschungsbereich „Zelluläre Mechanismen sensorischer Verarbeitung“.

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