Sonnensystem-Forscher ziehen von Katlenburg zum Nordcampus der Universität um

Sonnensystem-Forscher ziehen nach Göttingen

Sami Solanki

Göttingen. Das an vielen Raumfahrtmissionen beteiligte Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) wechselt den Standort. Das Institut, das seit 1955 in Katlenburg-Lindau (Kreis Northeim) ansässig ist und derzeit rund 300 Mitarbeiter beschäftigt, wird im April 2014 ins 30 Kilometer entfernte Göttingen umsiedeln.

Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern habe jetzt einem entsprechenden Beschluss des Senats der Max-Planck-Gesellschaft zugestimmt, teilte eine Institutssprecherin gestern mit. Die neue Heimat des Instituts grenzt unmittelbar an den Nordcampus der Universität Göttingen und liegt ganz in der Nähe des dortigen Instituts für Astrophysik. Auf der bislang unbebauten Fläche zwischen der Fakultät für Chemie und dem Deutschen Primatenzentrum will die Max-Planck-Gesellschaft einen 50 Millionen Euro teuren Neubau errichten.

Mit dem Umzug nach Göttingen könne das Institut die Zusammenarbeit mit der Universität ausbauen und zugleich die wissenschaftliche Infrastruktur der Universitätsstadt nutzen, sagte der Geschäftsführende Direktor des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung, Professor Sami K. Solanki. Der neue Standort habe zudem den Vorteil, dass er für Gastwissenschaftler besser erreichbar und damit attraktiver sei.

Außer einem neuen Gebäude erhalten die Sonnensystemforscher auch eine weitere wissenschaftliche Abteilung. Zusätzlich zu den beiden derzeitigen Abteilungen „Planeten und Kometen“ und „Sonne und Heliosphäre“ eine weitere Abteilung eingerichtet werden, die sich mit der Helio- und Asteroseismologie befasst.

Dieses Forschungsgebiet widmet sich der Beobachtung und Erforschung von regelmäßig auftretenden Schwingungen auf der Sonne und anderen Sternen. Der Leiter der neuen Abteilung wird gleichzeitig eine Professur an der Universität Göttingen innehaben. Das Berufungsverfahren soll voraussichtlich noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Bis zum Umzug in das neue Institutsgebäude soll die dritte Abteilung in Räumen der Universität untergebracht werden.

Daneben sollen in dem Neubau auch eine Kinderbetreuung, ein Bistro und Gästewohnungen eingerichtet werden. Baubeginn soll im September 2011 sein. Nicht nur in der Forschung, sondern auch in der Architektur soll die Sonne eine entscheidende Rolle spielen: Beim Neubau will das Institut besonderen Wert auf umweltfreundliches Bauen und Ausnutzung der Sonnenenergie legen. Die Grundstücke und Gebäude in Katlenburg-Lindau werden voraussichtlich im Jahr 2015 frei. Bereits jetzt sucht das Institut nach Käufern für diese Immobilien. HINTERGRUND

Von Heidi Niemann

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