Minister sauer auf Bahn - die will zur Messe Zusatz-Züge einsetzen

Bahnhof Hannover Messe in Laatzen: Die Bahn will nach dem Start der Hannover-Messe am 23. April wegen der zeitgleich beginnenden Bauarbeiten an der Schnellbahnstrecke Hannover-Kassel zusätzliche Direkt-Züge von Frankfurt nach Hannover und zurück einsetzen. Sie werden keinen Zwischenhalt haben. Foto: dpa

Göttingen/Hannover. Der Wirbel um die geplante Sperrung der ICE-Strecke Kassel-Hannover während der Hannover Messe reißt nicht ab. Wirtschaftsminister Olaf Lies ist sauer, weil der Sanierungsbedarf schon seit Jahren bekannt sein soll. Die Bahn weist das zurück.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies fordert von der Bahn weitere Kompromisse nach der angekündigten Sperrung der Strecke Kassel-Hannover während der Hannover Messe, die am 24. April beginnt.

Nachdem die HNA und andere Medien berichtet hatten, dass die Bahn bereits vor Jahren vom Eisenbahn-Bundesamt (EBA) zur Sanierung der verschlissenen ICE-Strecke Hannover-Kassel aufgefordert worden sein soll, reagierte Lies angesäuert: „Dieser lange Zeitraum ärgert, da hätte man besser planen können“, sagte Lies am am Rande des SPD-Landesparteitags in Braunschweig.

Ein Bahnsprecher wies die Vorwürfe am Samstag zurück: „Die Strecke wurde zu jedem Zeitpunkt in den vergangenen Jahren regelwerkskonform betrieben. Anordnungen seitens der Aufsichtsbehörde EBA sind in dieser Zeit nicht eingegangen“, sagte der Bahnsprecher.

Dem Sanierungsbedarf sei von der Bahn durch regelmäßige punktuelle investive Erneuerungen der Strecke und Instandhaltungsarbeiten Rechnung getragen worden. Umfangreiche Erneuerungen seien für 2019 vorgesehen. Bis dahin müsse der Schotter getauscht werden, um die Gleislagestabilität sicherzustellen.

Mit der Ankündigung Ende März, die Strecke vom 23. April an für rund zwei Wochen zu sperren, hatte die Bahn Wirbel verursacht.

Im Fernverkehr verlängern sich die Fahrzeiten wegen der Umleitungen um etwa 60 Minuten. Viele ausländische Besucher und Aussteller der Hannover Messe kommen am Frankfurter Flughafen an und nehmen von dort den Zug nach Hannover. Die ICE in beide Richtungen bieten zusammen Platz für rund 700 Reisende.

Olaf Lies betonte, er habe der Bahn seine Verärgerung mitgeteilt und setze noch auf qualitative Verbesserungen bei der nun gefundenen Kompromisslösung.

Danach will die Deutsche Bahn an den Messetagen vom 25. bis 29. April morgens zwei zusätzliche ICE von Frankfurt Flughafen über Frankfurt Süd ohne weiteren Halt nach Hannover Messe fahren. Am Nachmittag und frühen Abend geht es dann mit zwei ICE auf derselben Strecke zurück. Die Züge fahren auf einer Umleitungsstrecke und brauchen rund drei Stunden.

Die Schnellfahrstrecke Kassel-Hannover wurde 1991 in Betrieb genommen. Wegen der damaligen Bauweise mit einem extrem harten Untergrund, dem sogenannten Planun, das der Laufruhe bei hohen Geschwindigkeiten diene, sei der Schotterverschleiß besonders hoch, erklärte der Bahnsprecher. (lni/tko)

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