Auf der Siekhöhe

Missachtete Sperrschilder in Göttingen: Illegale Fahrten kosten Tierleben

+
Oliver von Sierakowski zeigt zwei tote Amphibien: Sie müssen sterben, weil viele Autofahrer nutzen illegal eine Straße parallel zur Neubaustrecke der Bahn zwischen dem Gewerbegebiet Siekhöhe und dem Leineberg.

Göttingen. Auf der Siekhöhe in Göttingen gibt es eine Abkürzung, die von Autofahrern illegal benutzt wird. Deshalb müssen jetzt Amphibien sterben.

Verbotenerweise wird eine Straße zwischen der Siekhöhe und einer nahen Kleingartenkolonie entlang der Schnellfahrstrecke der Deutschen Bahn seit Jahren von Autofahrern benutzt. Für die Nutzer bedeutet dies eine Fahrzeitersparnis von etwa fünf Minuten.

Normalerweise müssten sie über Rosdorf oder durch Gröne fahren, aber das ist vielen Autofahrern offensichtlich zu umständlich. Seit Jahren macht Oliver von Sierakowski auf das Problem aufmerksam. „Bislang hatte ich aber mit meinen Bemühungen keinen Erfolg“, sagt der Polizeibeamte.

Er selbst hat im Dienst schon mehrfach Verwarngelder verhängt. „Doch die paar Euro, die fällig werden, schrecken niemanden ab“, sagt der 48-Jährige. Er selbst ist Amphibien- und Reptilienliebhaber und kümmert auch bei der Polizei dienstlich um aufgefundene Tiere.

„Mir tut es wirklich um die Amphibien leid, die wegen ein paar Minuten Zeitersparnis getötet werden.“ Allein in den vergangen Tagen hat er mehrere Dutzend der Leichen auf und an der Straße gefunden. Einen Amphibienzaun entlang der Straße gibt es nicht, weil sie keine offizielle Route ist.

Von Sierakowski hätte auch schon einen Lösungsvorschlag für das Problem: Die Kleingartenbesitzer könnten über den Leineberg fahren. Die Straße selbst sollte dann mit Schranken geschlossen werden. „Dann kann keiner mehr durchfahren“, sagt er. An der Schranke könnte zudem ein Schloss für den sogenannten Niedersachsenschlüssel angebracht werden, den beispielsweise Feuerwehren, Rettungskräfte und Polizei in ihren Einsatzfahrzeugen haben. Dieser passt an vielen Straßensperren im gesamten Bundesland.

Provisorische Absperrung

Unterdessen hat sich bereits etwas getan: Die Stadt hat die Straße inzwischen mit Baken provisorisch abgesperrt, damit sie nicht mehr verbotenerweise benutzt werden kann. Die Stadt räumte auf Anfrage ein, dass die Beschilderung allein offenbar nicht ausreichte.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.