Fachtagung „Morgen leben und wohnen“: Experten auf der Suche nach generationengerechten Wohnformen

Möglichst gesund und nicht allein im Alter

Morgen wohnen und leben: Die Fachtagung wird organisiert von Armin Asselmeyer, Loring Sittler, Regina Meyer, Günther Schierloh, Sabine Heuer und Dr. Josef Bura. Foto: Niesen

Göttingen. Gemeinschaftlich, nachbarschaftlich, möglichst gesund, nicht allein und nicht im Heim und trotzdem gut versorgt: So stellen sich viele Menschen ihr Leben im Alter vor. In der Fachtagung „Morgen wohnen und leben“ am Samstag, 15. September werden genau diese Themen diskutiert.

Ab 10 Uhr im Sartorius College Göttingen wollen namhafte Fachleute und Interessierte vom Handwerk über Ministerien bis zur Gesundheitswirtschaft konkrete Wege erarbeiten, die zu diesem Ziel führen. Gleichzeitig ist die Konferenz Auftakt für die bundesweiten Aktionstage „Bei der Zivilgesellschaft zu Hause – Gemeinschaftliches Wohnen 2012“.

Für die Region Südniedersachsen ist die Alten-WG in ihrer eindrucksvollen Jugendstilvilla am Göttinger Goldgraben seit Mitte der 1990-er Jahre ein Vorzeigeprojekt. Doch längst nicht für alle Senioren ist das eine Lösung. Ihnen würden schon barrierefreie Wohnungen helfen, sei es im eigenen Haus oder in einer Mietwohnung in einem entsprechenden Umfeld.

„Nur 2,8 Prozent aller Wohnungen in Deutschland sind altersgerecht gestaltet“, sagt Dr. Josef Bura, Vorsitzender des bundesweiten Forums Gemeinschaftliches Wohnen. Dabei schreitet der Alterungsprozess immer schneller voran. Derzeit gehören der Generation 50 plus rund 39 Prozent der Bevölkerung an, 2050 werden es schon rund 50 Prozent sein bei einer gleichzeitigen Steigerung der Lebenserwartung. Damit einher wird die Zahl der Pflegebedürftigen von rund drei Prozent auf 6,5 Prozent der Bevölkerung wachsen. Es gibt aber noch weit mehr Herausforderungen als die bauliche Seite. Dazu gehört insbesondere die Vereinzelung der Gesellschaft durch Auflösungstendenzen bei den traditionellen Familien.

„Wir brauchen neue Formen der Nachbarschaft und die Bereitschaft zum ehrenamtlichen Engagement. Barrierefreiheit und vorausschauendes Bauen alleine reichen nicht aus“, sagt die Geschäftsführerin des Vereins Freie Altenarbeit Göttingen, Regina Meyer.

Der Vorsitzende der Gesundheitsregion Göttingen, Armin Asselmeyer, fordert eine „Graselwurzelbewegung“: „Viele beschäftigen sich gar nicht mit dem Thema Alter und wenn es dann soweit ist, stehen sie dann davor wie der Ochse vor dem Scheunentor.“

Gegliedert ist die Fachtagung in vier parallelen Foren: Wohnquartiere generationengerecht gestalten, neue Wohnformen in einer alternden Gesellschaft, altersgerechtes Bauen und Umbauen sowie selbstbestimmt bis ins hohe Alter.

Ein Tagungsprospekt mit aktuellem Programmablauf und Anmeldeformular kann per E-Mail unter mwb-sn@t-online.de angefordert werden.

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