Ein Nicht-Verkauf der städtischen Gebäude könnte auch eine Kulturmeile schaffen, die über den Stadtwall erreichbar wäre

Museum in Voigt-Schule: Köhler sieht eine einmalige Chance für die Stadt

Will Museum verlagern: SPD-Kandidat Rolf-Georg Köhler.
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Will Museum verlagern: SPD-Kandidat Rolf-Georg Köhler.

Göttingen. Die Neuentwicklung im Fall Verkauf der städtischen Gebäude Baptistenkirche und ehemalige Voigt-Schule bietet eine einmalige Chance für die Stadt, das Städtische Museum dauerhaft in adäquate und finanzierbare Räume zu bringen. So sieht es der Oberbürgermeisterkandidat der SPD, Rolf-Georg Köhler. „Das Dauerproblem Museum wäre gelöst“, sagte er am Donnerstag auf HNA-Anfrage.

Hintergrund ist die Empfehlung von Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD), die Verhandlungen über den vom Rat bereits mehrheitlich abgesegneten Verkauf der beiden Objekte an einen ostwestfälischen Investor zu stoppen (wir berichteten).

Köhler und Meyer sind sich einig, dass die 13 Millionen Euro teure Sanierung des Museums am Ritterplan aus Kostengründen und verbunden mit einschränkenden Denkmalschutzauflagen keine Lösung ist – die Unterbringung in der alten Voigt-Schule aber sehr wohl. Bestehende Museum-Konzepte müssten deshalb mit der neuen Standortoption Voigt-Schule geprüft und überarbeitet werden.

Grundsätzlich ist der Geschäftsführer der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft überzeugt, dass das Schulgebäude ein „hervorragender Standort“ ist, wie er im HNA-Gespräch sagte. „Es eröffnet ganz neue Möglichkeiten, weil es nicht so versteckt wie das jetzige Museumsgebäude liegt, gut zu finden und erreichen ist, auch für Gäste und Touristen“ – und das per Auto ebenso gut wie zu Fuß vom Bahnhof, aus der Fußgängerzone und über den Wall. Der könnte so zum „fußwärtigen Kulturring“ werden, der das Junge und das Deutsche Theater, die Ethnologische Sammlung, die Stadthalle, das alte Auditorium Maximum und später eventuell ein Haus des Wissens am Bahnhof miteinander verbinden würde.

In Bezug auf die Baptistenkirche rät Köhler, schnell die Verhandlungen mit der Kino- und anderen Kulturinitiativen wieder einzusteigen, die durch den geplanten Verkauf aus dem Rennen gekickt worden waren. „Wir müssen sehen, ob wir deren Konzepte pragmatisch umsetzen können“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Mit einer musealen Nutzung des ehemaligen Schulgebäudes könnte so „ein überaus attraktiver kultureller Knotenpunkt entstehen“. Für Köhler ist das eine „einmalige Chance, die wir uns nicht entgehen lassen sollten.“ Ähnlich wertet es Wolfgang Meyer. Auf HNA-Anfrage sagte er, dass bei einem gestoppten Verkauf alles neu geprüft werden könne und müsse.

Bei der Entscheidung im Stadtrat für den Verkauf der Gebäude allerdings hatten auch die Sozialdemokraten noch eine ganz andere Meinung vertreten. Foto: Kopietz

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