Nach Flucht von Straftäter bei Bürgerfest: Kein Verfahren gegen 63-Jährigen

Justizvollzugsanstalt Rosdorf: Das Bild zeigt einen Blick in einen der Flure mit den Türen zu den Hafträumen. Foto: Jelinek

Rosdorf/Göttingen. Der 63-jährige Straftäter aus der Justizvollzugsanstalt Rosdorf, der in der vergangenen Woche beim Bürgerfest in Hannover geflohen und am Mittwoch gefasst wurde, muss nicht mit einem Strafverfahren rechnen. Das sagte ein Sprecher der Justizministerium auf Anfrage.

Hintergrund: Es gibt schlicht keinen entsprechenden Straftatbestand. Der mehrfach vorbestrafte Mann, der inzwischen wieder in der Abteilung Sicherungsverwahrung der Justizvollzugsanstalt in Rosdorf hinter Gittern sitzt, war der Bundespolizei am Mittwoch in den späten Nachmittagsstunden am Bahnhof Göttingen ins Netz gegangen.

Lesen Sie dazu auch:

- Sicherungsverwahrter aus Rosdorf nutzte Bürgerfest zur Flucht

- Straftäter flüchtete bei Bürgerfest: Massive Kritik an Gefängnisleitung

- Verein für Opferschutz erstattet Anzeige gegen Leitung der JVA Rosdorf

Dort hatte er bei einer Bäckerei einen Kaffee getrunken. Ein aufmerksamer Kiosk-Mitarbeiter hatte den Mann, der per Steckbrief gesucht wurde, erkannt und die Polizei alarmiert. Bei der Festnahme leistete der mehrfach vorbestrafte Sicherungsverwahrte, der erschöpft wirkte, keinen Widerstand, heißt es in einer Mitteilung der Bundespolizei.

Wo sich der Mann zwischen der Flucht in Hannover und seiner Ergreifung in Göttingen aufhielt und ob ihm jemand half, das konnte der Sprecher des Justizministeriums nicht sagen. In der Justizvollzugsanstalt soll nun die Flucht gemeinsam mit dem Straftäter aufgearbeitet werden.

Die Justizbeamtin, die den Mann nach Hannover begleitet hat, muss keine dienstrechtlichen Konsequenzen fürchten. Hintergrund: Bei dem Besuch in Hannover handelte es sich um einen „Begleiteten Ausgang“. Dabei muss nicht ständig ein Justizbeamter bei dem Sicherungsverwahrten sein. Dieser wird lediglich beim Ausgang unterstützt. Laut Justizministerium gibt es „Begleitete Ausgänge“ nur nach vorherigen „Begleiteten Ausführungen“. In diesen Fällen ist ständig ein Beamter bei dem Sicherungsverwahrten. (bsc)

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.