Doppelmord auf offener Straße

Nach Bluttat in Göttingen: Wegen Corona weniger Sitzplätze bei Doppelmord-Prozess

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Im Zollstock im Göttinger Stadtteil Grone wurde nach dem Doppelmord mit Kerzen und Lichtern der beiden Opfer gedacht.

Nach dem Mord an zwei Frauen in Göttingen muss sich der mutmaßliche Täter Frank N. nun vor Gericht verantworten. Wegen Corona muss die Anzahl der Sitzplätze beim Prozess verringert werden.

  • Im September 2019 wurden in Göttingen (Südniedersachsen) zwei Frauen getötet
  • Mutmaßlicher Täter Frank N. wegen zweifachen Mordes angeklagt
  • Wegen Corona weniger Sitzplätze bei Doppelmord-Prozess

Update, 19.03.2020, 06.56 Uhr: Göttingen – Die Corona-Pandemie wirkt sich auch auf die Arbeit der Gerichte aus. Davon betroffen ist unter anderem der Prozess um den Doppelmord im Göttinger Stadtteil Grone, der am kommenden Mittwoch (25.03.2020) vor dem Göttinger Landgericht beginnen soll. Das Gericht sei bestrebt, die Zahl der anwesenden Personen auf das Notwendigste zu beschränken, teilte Gerichtssprecher Marcus Eggert mit.

Um den von Virologen empfohlenen Sicherheitsabstand zu gewährleisten, stünden sowohl für das allgemeine Publikum als auch für die Medienvertreter weniger Sitzplätze zur Verfügung. Eine Verschiebung des Prozessauftakts ist nicht möglich, da der Angeklagte in Untersuchungshaft sitzt. Bei sogenannten Haftsachen müssen stets bestimmte Fristen eingehalten werden. Dagegen sind diverse andere Gerichtsverfahren, die nicht so eilbedürftig sind, wegen der Corona-Pandemie auf einen späteren Termin verschoben worden.

Nach Bluttat in Göttingen: 

So wurde am Landgericht Göttingen unter anderem ein seit Anfang März laufender Prozess ausgesetzt, in dem sich ein Ehepaar aus dem Landkreis Göttingen und zwei weitere Angeklagte wegen diverser Wirtschaftsdelikte verantworten müssen. Der Prozess soll zu einem späteren Termin neu starten. In dem jetzt beginnenden Mordprozess hat die Schwurgerichtskammer bislang 14 Verhandlungstage festgesetzt, die bis Anfang Juli stattfinden sollen. Der 52-jährige Frank N. ist wegen zweifachen Mordes sowie zweifacher gefährlicher Körperverletzung angeklagt.

Erstmeldung, 10.03.2020, 19.51 Uhr: Göttingen – Exakt sechs Monate nach dem gewaltsamen Tod zweier Frauen im Göttinger Stadtteil Grone muss sich der mutmaßliche Täter jetzt vor dem Landgericht Göttingen verantworten. Das Gericht habe inzwischen die Anklage gegen den tatverdächtigen Frank N. aus Göttingen zugelassen, teilte am Dienstag (10.03.2020) ein Justizsprecher mit. Der Prozess solle am Mittwoch, 25. März, beginnen. Die Schwurgerichtskammer habe Verhandlungstermine bis in den Juli hinein angesetzt.

Nach Bluttat in Göttingen: Frank N. mehrfach vorbestraft - Anklage auf Doppelmord

Die Staatsanwaltschaft Göttingen wirft dem bereits mehrfach vorbestraften Frank N. zweifachen Mord sowie zweifache gefährliche Körperverletzung vor. Der 52-Jährige soll am 26. September 2019 in Göttingen auf offener Straße zunächst seine 44 Jahre alte ehemalige Lebensgefährtin mit einer brennbaren Flüssigkeit bespritzt und sie anschließend in Brand gesetzt haben. 

Als die 44-Jährige flüchtete, sei er ihr hinterhergerannt und habe massiv mit einem Messer auf sie eingestochen. Dabei habe er mehrfach das Herz getroffen. Anschließend habe er einem Helfer einen Feuerlöscher entrissen und auf den Kopf seiner Ex-Lebensgefährtin geworfen. Die 44-Jährige verstarb noch am Tatort.

Göttingen: Zweifacher Mord - Kollegin der Frau eilte zur Hilfe

Als eine 57 Jahre alte Kollegin der Frau zu Hilfe kommen wollte, habe er ihr in Tötungsabsicht mehrfach in den Oberkörper gestochen und sie so schwer verletzt, dass sie am folgenden Tag im Göttinger Uni-Klinikum verstarb. Der 52-Jährige soll außerdem noch zwei weiteren herbeigeeilten Helfern in den Oberarm und in die Hand gestochen haben, um sie von einem Einschreiten abzuhalten.

Nach der Tat war Frank N. mit einem Fahrrad geflüchtet und hatte sich dann fast eineinhalb Tage lang ein Katz-und-Maus-Spiel mit den Fahndern geliefert. Am Abend des Folgetages nahmen ihn schließlich Einsatzkräfte der Polizei nach einem Zeugenhinweis vor einem Imbiss in der Innenstadt von Göttingen fest. Er sitzt seitdem in der Justizvollzugsanstalt Rosdorf in Untersuchungshaft.

Video: Bluttat in Göttingen: Augenzeugen berichten von der Festnahme

Von Heidi Niemann (pid)

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