Nachhilfe für Weil und Polizisten mit Tablet

Berichtet aus Hannover: Peter Mlodoch Foto: nh

Göttingen. In seiner Kolumne blickt Peter Mlodoch auf das politische Leben in Hannover.

Nachhilfe: Braucht Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) etwa noch Nachhilfe? Am Montag ist der Regierungschef Gast beim „Forum für Führungskräfte im öffentlichen Dienst“ in Potsdam. Allerdings mitnichten als wissbegieriger Nachwuchs, beteuerte ein Sprecher der Staatskanzlei schnell: „Stephan Weil hält eines der 30-minütigen Hauptreferate.“ Ein Blick auf die Internetseite des Mitveranstalters, der Dienstleistungsgewerkschaftverdi, bekräftigt diese Angaben: Redner Weil befindet sich auf dem Seminar in illustrer Promi-Gesellschaft – unter anderem von Bundesinnenminister Thomas des Maizière und Saarlands Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (beide CDU).

Polizisten mit Tablet: Das konnte und wollte die CDU nicht einfach so stehen lassen. Niedersachsen werde seine Polizisten jetzt in einem Pilotversuch zunächst mit 60 Tablet-Computern in den Streifenwagen ausstatten, kündigte Innenminister Boris Pistorius (SPD) an. „Damit übernimmt das Land bundesweit eine Vorreiterrolle“, fügte der Ressortchef stolz hinzu. Wirklich? Die CDU-Landtagsfraktion schickte kurz darauf eine Email mit gleich drei Links herum: Bayern, Nordrhein-Westfalen und Hamburg, stand dort zu lesen, haben allesamt auch schon den Austausch der Polizei-Notizbücher gegen moderne Mobilgeräte in die Wege geleitet. Aber vor allzu viel Häme sollte sich die Opposition hüten. Der ehemalige CDU-Ministerpräsident Christian Wulff strapazierte in seiner Amtszeit (2003 bis 2010) das Wort „Vorreiter“ im Zusammenhang mit Niedersachsen so oft, dass es in der Staatskanzlei schon Überlegungen für ein Phrasenschwein gab. Amtsnachfolger David McAllister (CDU) setzte den Begriff dann auch fix auf den Index.

Schützenfest: Das Schützenfest in Hannover – das angeblich größte der Welt – wirft seine Schatten voraus. Am nächsten Freitag soll es den Eröffnungsanstich für die 486. Ausgabe geben, vorher will Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) bei den Aufbauarbeiten noch nach dem Rechten schauen und sich werbewirksam in ein Karussell setzen. Dass das Stadtoberhaupt dann endlich auch mal die quälende Frage beantwortet, welches Schützenfest denn das zweitgrößte der Welt ist, scheint aber ausgeschlossen.

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