BUND kritisiert riesigen Landschaftsverbrauch und fordert Kataster für freie Gewerbeflächen

Naturschützer lehnen neuen Logistikpark ab

Das geplante Güterverkehrszentrum aus der Luft. Es liegt verkehrsgünstig an der Autobahn 7 zwischen Holtensen und Lenglern. Foto: Rampfel

Holtensen/Lenglern. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschlands (BUND) warnt vor einem Großprojekt im Raum Holtensen/Lenglern: „Erneut sollen große Ackerflächen mit Gewerbe- und Logistikansiedlungen bebaut werden“, berichten die Naturschützer.

Hintergrund für die Kritik: In Deutschland gehen täglich über 100 Hektar freie Landschaft durch Überbauung und Versiegelung verloren. Das entspricht laut BUND der Fläche von etwa 140 Fußballfeldern. Damit ist der Flächenverbrauch aus Sicht der Naturschützer immer noch viel zu hoch, obwohl sich die Bundesregierung im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie das Ziel gesetzt habe, den Flächenverbrauch in Deutschland bis 2020 auf 30 Hektar je Tag zu senken.

Laut BUND diskutieren die Gremien des Landkreises die Freigabe von Geld für die weiteren Planungen und den Flächenerwerb zur Errichtung eines riesigen Güterverkehrszentrums (GVZ) im Bereich des Offenlandes zwischen Göttingen-Holtensen und Bovenden-Lenglern. Dort soll zunächst ein 40 Hektar großes Gebiet für das Logistikgewerbe erschlossen werden.

Die BUND-Kreisgruppe Göttingen lehnt dieses Vorhaben entschieden ab. Aus Sicht der Umweltschützer werde damit der fortschreitenden Versiegelung der Landschaft Vorschub geleistet. Der BUND fordert einen verantwortungsvolleren Umgang mit der freien Landschaft und spricht sich gegen eine weitere Vernichtung von wertvollen landwirtschaftlichen Flächen im Leinetal aus.

Aufgrund des großen Flächenbedarfs für Bauvorhaben sei es schon jetzt schwierig, Ersatzflächen für die Landwirtschaft sowie den Ausgleich von Baumaßnahmen zu finden. Laut der Naturschützer ist die Fläche des voll erschlossenen GVZ etwa doppelt so groß wie die Siedlungsfläche des Holtenser Bergs.

Da die Logistikbranche nur vergleichsweise wenig Arbeitsplätze schaffe, ist das Argument der Wirtschaftsförderung aus Sicht des BUND nur bedingt zutreffend. Zudem müsse erst der Nachweis erbracht werden, dass ein neues GVZ überhaupt notwendig sei. Schon jetzt seien große Bereiche der vielen neu erschlossenen Gewerbegebiete im Göttinger Raum ohne Nutzer. Der BUND fordert daher die Erstellung eines Katasters für bereits erschlossene oder nicht mehr genutzte Gewerbeflächen für Stadt und Landkreis Göttingen. (bsc)

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