Neuanschaffung aus Spenden: Göttinger Babyspule hilft jungen Herzpatienten

Spendensumme ist beisammen: Damit konnte jetzt die Baby-Spule angeschafft werden, mit der das Herz der ganz jungen Patienten schonend untersucht werden kann. Foto: UMG/nh

Göttingen. Großes Herz für kleine Herzen: 45 000 Euro kamen für das Spendenprojekt Babyspule an der Kinderherzklinik der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) zusammen.

Die Spendenaktion für die Anschaffung eines speziellen beweglichen Diagnosegerätes für ganz junge Herzpatienten, der so genannten „Baby-Spule“. Diese flexible Antenne wird am Brustkorb des Kindes angelegt. Es kann die besonders feinen Strukturen kindlicher Herzen in hoher Auflösung im Echtzeit-Magnetresonanz-Tomografen (MRT) darstellen. Die benötigte Spendensumme von 45 000 Euro wurde nun erreicht. Dank der großen Spendenbereitschaft und einiger gezielter Spendenaktionen konnte das Gerät jetzt früher als erwartet angeschafft werden. Mit diesem Diagnosegerät wird die Echtzeit--Technik auch für Babys und Kleinkinder möglich.

Bei einem Treffen von Spendern mit dem Team der Kinderherzklinik der UMG wurde das neue Gerät von der Herstellerfirma überreicht. Zusätzlich spendete die Firma einen Adapter für die Nutzung des Gerätes im Wert eines hohen vierstelligen Betrags.

An den Spendenaktionen beteiligten sich die Göttinger Real-Märkte, der Lions Club „Göttinger 7“, der Inner Wheel Club Göttingen, der Elternverein Gekko, die Firma Vivisol und die Firma Noras MRI Products. Professor Dr. Thomas Paul, Direktor der Klinik für Pädiatrische Kardiologie und Intensivmedizin der Uni-Medizin, sagte: „Die Erlöse zeigen, dass sich viele einzelne Menschen für so eine hilfreiche Spendenaktion begeistern lassen.“

Dr. Sebastian Freytag, Vorstand Wirtschaftsführung und Administration der UMG, ergänzte bei der Übergabe des neuen Diagnosegerätes: „Auch als großes Universitätsklinikum sind wir immer wieder und zunehmend auf das Engagement der Menschen angewiesen. Vieles lässt sich leider nicht oder nicht mehr über die zuständigen Kostenträger oder Wissenschaftseinrichtungen finanzieren.“

Prof. Dr. Joachim Lotz, Direktor des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, sagte: „Das Verfahren ist ein echter Fortschritt, den jeder spürt. Gut für das Kind und gut für die Eltern. Gerade für die Kleinen ist eine schonende, strahlenfreie Diagnose wichtig.“ (bsc)

Eines von 100 Kindern wird in Deutschland mit einem Herzfehler geboren. Für die aufwändige Behandlung müssen Spezialisten eng zusammenarbeiten.

Soll die Behandlung erfolgreich sein, braucht sie zuvor eine möglichst genaue Diagnose. Eine besonderes schonende, weil nicht-invasive und strahlungsfreie Methode ist dabei die Magnetresonanztomographie (MRT) des Herzens. Babys und Kleinkinder können mit diesem Verfahren bisher nur nach Erwachsenenkriterien untersucht werden.

Auch ganz junge Patienten sollen von der Methode der Echtzeit-MRT-Diagnostik profitieren. Mit dem Diagnoseverfahren der Minispule sind Herzuntersuchungen ohne Narkose möglich. Es bedarf lediglich eines Schlafmittels für die kleinen Patienten. Dafür ist ein Forschungsvorhaben nötig, um die Technik anzupassen. Die systematische Forschungsarbeit kann nach Anschaffung der Spule ebenfalls begonnen werden. (bsc)

www.herzzentrum-goettingen.de

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