Regionale Investoren steigen ein

Neue Behandlungsmethode: Finanzpartner fürs Göttinger Herzpflaster

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Herzpflaster: Sie werden in zwei unterschiedlichen Formen produziert und werden bei Herzmuskelschwäche eingesetzt. 

Göttingen. Die Repairon GmbH, eine Ausgründung aus der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), hat erfolgreich finanzstarke Partner aus der Region für die Entwicklung von künstlichem Herzgewebe aus Stammzellen für die Behandlung bei Herzmuskelschwäche gefunden.

Neben dem strategischen Partner Sartorius konnte die Repairon GmbH mit der S-Unternehmensbeteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG (Sparkasse Göttingen) und der 3LC Venture GmbH & Co. KG weitere Investoren aus Südniedersachsen für das Projekt gewinnen.

Mit den neuen Partnern tritt die Repairon GmbH in eine nächste Phase, der sogenannten „Serie-A-Finanzierung“. In dieser Phase werden die Prozesse der Herzpflasterentwicklung optimiert und für eine klinische Anwendung vorbereitet. Die Repairon GmbH entwickelt künstliche Gewebe aus Stammzellen für die Reparatur defekter Organe.

Innovative Verfahren

Dabei nutzt das Göttinger Unternehmen innovative Verfahren der Gewebeherstellung aus der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Wolfram-Hubertus Zimmermann, Direktor des Instituts für Pharmakologie und Toxikologie der UMG. Als erstes therapeutisches Produkt sollen sogenannte „Engineered Heart Muscle (EHM)“ als Herzpflaster für die Anwendung bei Herzmuskelschwäche hergestellt werden.

Behandlung

Die Repairon GmbH wird gemeinsam mit Sartorius den Zellkultur-Prozess der Herzpflasterherstellung für die personalisierte Anwendung bei der Volkskrankheit Herzmuskelschwäche optimieren.

Prof. Dr. Wolfram-Hubertus Zimmermann

Prof. Dr. Wolfram-Hubertus Zimmermann betont: „Wir wollen am Standort Göttingen gemeinsam mit unseren Partnern hochinnovative Zellbasierte Arzneimittel für die Wiederherstellung der Pumpkraft des kranken Herzens entwickeln.“ Damit werde in Göttingen eine seit zehn Jahren eingeschlagene Strategie zur Überführung von Erkenntnisse aus dem Herzzentrum der UMG in die klinische Anwendung konsequent weiter verfolgt.

Als Partner im Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) hat sich der Standort Göttingen der Überführung neuartiger Behandlungsmethoden bei Herzmuskelschwäche verschrieben.

Professor Dr. Gerd Hasenfuß, Vorstandsmitglied des DZHK und Vorsitzender des Herzzentrums Göttingen der UMG, sagt: „Die erfolgreiche Einführung Zellbasierter Behandlungsmethoden für den Wiederaufbau von Herzmuskelgewebe wäre ein Durchbruch für die Herzmedizin“.

Ein Quintett will für den Erfolg sorgen

Ein Quintett will dafür sorgen, dass das Göttinger Herzpflaster zum Erfolg wird. Beteiligt sind:

Die Repairon GmbH wurde im Jahr 2014 von Prof. Wolfram-Hubertus Zimmermann und Dr. Lothar Germeroth in Göttingen gegründet. Ein Schwerpunkt ist die Prozessentwick-lung für die Herstellung von Herzmuskelgewebe für die Anwendung bei Herzmuskelschwäche.

Die Sartorius AG ist der strategische Partner bei dem Projekt und ein international führender Pharma- und Laborzulieferer. Mit einem breiten Produktportfolio trägt der Konzern dazu bei, dass Biotech-Medikamente und Impfstoffe sicher und effizient entwickelt und hergestellt werden. Das 1870 gegründete Unternehmen erzielte im Geschäftsjahr 2016 mit über 7000 Mitarbeitern einen Umsatz von mehr als 1,3 Milliarden Euro. 

Die S-Unternehmensbeteiligungsgesellschaft Göttingen mbH & Co KG (UBG) ist ein Tochterunternehmen der Sparkasse Göttingen und steht mit Beteiligungsprodukten für die Unternehmensfinanzierung bereit. Damit ergänzt sie die Produktpalette der Sparkasse Göttingen und trägt damit zur Erfüllung des öffentlichen Auftrages bei.

3LC Venture GmbH & Co. KG ist ein lokaler Investor mit dem Fokus auf zellbasierten Therapien.

Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) betreibt Forschung, Lehre und Krankenversorgung unter einem Dach. Sie ist das einzige Klinikum der Maximalversorgung in Südniedersachsen und mit insgesamt etwa 7000 Beschäftigten größter Arbeitgeber der Region.

Zwei Millionen Patienten leiden in Deutschland an Herzmuskelschwäche

Die Herzmuskelschwäche betrifft weltweit 23 Millionen Patienten. Es gibt allein etwa zwei Millionen Erkrankte in Deutschland.

Ursache für die Krankheit ist ein Verlust an Herzmuskelgewebe, zum Beispiel nach einem Herzinfarkt. Die Lebensqualität und die Lebenserwartung sind bei vielen Patienten mit Herzmuskelschwäche trotz optimaler Versorgung dramatisch eingeschränkt. Die Herztransplantation bleibt in fortgeschrittenen Stadien die einzige wiederherstellende Behandlungsmaßnahme. Sie steht aber pro Jahr weltweit weniger als 5000 Patienten zur Verfügung. Einen neuen Behandlungsansatz bietet das Herzpflaster aus Göttingen.

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