Neue Gedenktafel: Erinnerung an Nobelpreisträger Eugene Paul Wigner

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Erinnerung an einen berühmten Wissenschaftler: (von links) Unipräsidentin Prof. Ulrike Beisiegel, Göttingens stellvertretende Bürgermeisterin Helmi Behbehani und der ungarische Botschafter Dr. József Czukor bei der Enthüllung der Gedenktafel. Foto: Schröter

Göttingen. Die Stadt Göttingen hat eine neue Gedenktafel. Zu Ehren des ungarischen Physikers und Nobelpreisträgers Eugene Paul Wigner (Ungarisch: Wigner Jeno Pál) wurde die Tafel am Haus Wilhelm-Weber-Straße 22 enthüllt, wo er in den Jahren 1927 und 1928 gewohnt hatte.

„Wigner Jeno Pál war einer der großen Wissenschaftler des 20. Jahrhunderts und spielte eine revolutionäre Rolle in der Atomwissenschaft“, betonte der ungarische Botschafter Dr. József Czukor, der die Festrede hielt. Pál wurde am 17. November 1902 in Budapest geboren, besuchte dort das Gymnasium und studierte anschließend Chemie-Ingenieurwesen.

1925 promovierte er an der Technischen Hochschule Berlin und habilitierte sich 1928. Nachdem er 1927/28 in Göttingen als Assistent des Mathematikers David Hilbert tätig gewesen war, lehrte er von 1930 bis 1933 abwechselnd in Princeton (USA) und Berlin.

Wegen seiner jüdischen Herkunft war ihm ab 1933 eine Arbeit in Berlin nicht mehr möglich. Wigner siedelte endgültig in die USA über und nahm 1937 die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Nach zwei Jahren als Professor für Physik an der University of Wisconsin lehrte er von 1938 bis 1971 an der Princeton University als Professor für Mathematik. Am 1. Januar 1995 starb Wigner in Princeton.

„Wigner Jeno Pál war ein wissenschaftlicher Pionier, der Ende der 1920er Jahre das Fundament für die Anwendung der Gruppentheorie in der Physik legte, indem er als Assistent von David Hilbert erstmals die Gruppentheorie auf die neue Quantentheorie anwendete“, sagte Dr. József Czukor. Gemeinsam mit seinem Landsmann Leó Szilárd habe er in den USA eine Theorie der nuklearen Kettenreaktion entwickelt, sich für das amerikanische Atombombenprojekt in Los Alamos engagiert und im Manhattan-Projekt zum Bau des ersten Industrie-Atomreaktors. Nach 1945 setzte sich Wigner für eine friedliche Nutzung der Kernenergie ein und erhielt 1960 zusammen mit Szilárd den „Atoms for Peace Award“. Ein Gebäude des Physikalischen Instituts der Technischen Universität Berlin wurde 2005 Wigner zu Ehren nach ihm benannt, ebenso die Wigner-Medaille und der Eugene P. Wigner Reactor Physicist Award. 1951 zum Korrespondierenden Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen gewählt, erhielt Wigner neben weiteren Auszeichnungen 1963 für seine zahlreichen Beiträge zur Kernphysik den Nobelpreis für Physik. (per)

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