Landkreis Göttingen: Forschungen im Südharz ab September

Neue Grabungen in der Einhornhöhle im Landkreis Göttingen stehen bevor

Ralf Niebolk, Betriebsleiter der Einhornhöhle, steht in der Blauen Grotte der Einhornhöhle im Harz in der Nähe von Herzberg.
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Ralf Niebolk, Betriebsleiter der Einhornhöhle, steht in der Blauen Grotte der Einhornhöhle im Harz in der Nähe von Herzberg.

An der Einhornhöhle im Südharz, die als wichtiger Fundplatz für die Erforschung der Neandertaler gilt, werden im September die Grabungen wieder aufgenommen.

Landkreis Göttingen – Wie das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege mitteilte, soll der Eingangsbereich zur Höhle weiter erschlossen werden. Mit Hilfe freigelegter Steingeräte sowie mit physikalischen Altersdatierungen für die verschiedenen Fundschichten wollen die Forscher klären, wann und unter welchen Klimabedingungen sich früher Menschen im Harz aufgehalten haben. An der Grabung beteiligen sich den Angaben zufolge Studierende aus Göttingen, Clausthal-Zellerfeld, Braunschweig, Tübingen, Regensburg und Bochum.

Die Einhornhöhle liegt nahe des Herzberger Ortsteils Scharzfeld im Landkreis Göttingen. Sie ist die größte begehbare Höhle im Westharz, die Gänge sind insgesamt etwa 700 Meter lang. Bereits im Mittelalter suchten Sammler in der Höhle nach Tieren, die sie für Einhörner hielten.

Erst später erkannten Forscher, dass es sich bei den Knochenfunden um fossile Reste von Großsäugetieren handelte, vor allem von Höhlenbären und Wölfen. In den 1980er Jahren ergaben Ausgrabungen, dass die Höhle vor mehr als 100 000 Jahren über lange Zeiträume von Neandertalern besiedelt war.

Heute ist die Höhle ein Touristenmagnet. Knapp 25 000 Besucher kommen jährlich nach Angaben der „Gesellschaft Unicornu fossile“, die die Einhornhöhle betreibt. Sie dient auch als Kulisse für Fernseh- oder Filmaufnahmen. Die Höhle ist zudem der kälteste Naturort in Norddeutschland. (Andreas Arens mit epd)

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