Schonende Beatmung möglich – Patienten können früher die Intensivstation verlassen

Neue Station für Frühgeborene

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High-Tech-Medizin in Kinderkliniken: Auch in der Neonatologie der Universitätsmedizin Göttingen werden Inkubatoren eingesetzt. Die neue Station ist mit modernsten Beatmungsgeräten ausgestattet, die die kleinen, verletztlichen oder kranken Patienten noch mehr schonen. Foto: dpa

Göttingen. Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) hat eine neue Station für Frühge-borene eingerichtet. Dort können die Kinder noch besser betreut werden. Eltern können rund um die Uhr bei ihren „Frühchen“ bleiben.

Die Station heißt „Neonatologische Intermediate Care-Station (IMC-Station)“ der Klinik für Pädiatrische Kardiologie und Intensivmedizin, – und sie ist in Deutschland fast einzigartig. Mit ihr wird in der Uni-Klinik die Lücke zwischen der Kinder-Intensivstation und der Überwachungsstation für Frühgeborene und kranke Neugeborene geschlossen.

Das hat Vorteile für die jüngsten Patienten der UMG und deren Eltern: Mit modernen Highflow-Beatmungsgeräten bekommen die Kinder eine schonendere Atemunterstützung, die für das Personal und die Eltern einfacher zu bedienen ist. Nach Aussage der Ärzte ermöglicht die neue Technik auch, dass die Kinder die Intensivstation früher verlassen können.

Weiterer Vorteil: Die Eltern müssen ihre Kinder nicht mehr alleine lassen, wie Dr. Helmut Küster, Leiter der Nonatologie, sagt: „Die Eltern können durchgehend bei ihren Kindern bleiben.“ Und das ist von den Medizinern ausdrücklich erwünscht. „So wird die wichtige Eltern-Kind-Bindung gestärkt, welche gerade in den ersten Lebensmonaten von großer Bedeutung für die Beziehung ist“, erklärt Küster.

Mit der neuen IMC-Station hat sich die Bettenzahl für Frühgeborene und kranke Neugeborene erhöht: es gibt zehn Intensivbetten, sechs IMC-Betten und 14 Überwachungsbetten.

In der UMG-Kinderklinik werden auch Neugeborene in problematischem Zustand behandelt, überwacht und betreut, die auch von anderen Göttinger Krankenhäusern wie Neu-Bethlehem und Neu-Mariahilf, aber auch in Geburtsstationen von Krankenhäusern in der Region zur Welt gekommen und verlegt worden sind.

Neun Ärzte, 30 Schwestern

In der UMG-Neonatologie kümmern sich neun Ärzte und 30 Schwestern täglich 24 Stunden lang wechselweise um etwa 500 Patienten pro Jahr, darunter sind auch extrem unreife Frühgeborene sowie kranke Neugeborene. 70 dieser Kinder haben ein Geburtsgewicht von weniger als 1500 Gramm.

Nach UMG-Angaben schaffen es dank der Betreuung weit mehr als 80 Prozent der extrem unreifen Frühgeborenen, gesund nach Hause entlassen zu werden.

• Informationen unter: www.neonatologie.ifs-goettingen.de/index.php/qualitaetssicherung)

Von Thomas Kopietz

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