Baukosten fallen höher aus und steigen auf mehr als drei Millionen Euro

Neues Familienzentrum in Rosdorf öffnet im Frühjahr

Die Bauarbeiten an Rosdorfs neuem Familienzentrum (links) sind fast abgeschlossen: Gegenüber entsteht eine Pflegeeinrichtung (rechts).
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Die Bauarbeiten an Rosdorfs neuem Familienzentrum (links) sind fast abgeschlossen: Gegenüber entsteht eine Pflegeeinrichtung (rechts).

Die Gemeinde Rosdorf gilt als familienfreundlich. Deshalb entsteht in der Gemeinde auch ein neues und beispielhaftes Zentrum. Es soll im Frühjahr nach mehr als anderthalbjähriger Bauzeit eröffnet werden.

Rosdorf – Inzwischen ist klar: Das neue Zentrum, das durch den Umbau des früheren Schulgebäudes am Anne-Frank-Weg enstand, wird 3,24 Millionen Euro kosten – 240 000 Euro mehr als ursprünglich geplant.

„Wir mussten Fensterstürze der ehemaligen Anne-Frank-Schule zusätzlich abstützen“, berichtet Bürgermeister Sören Steinberg (SPD). Schadstoffhaltige Dachbahnen waren zu entsorgen. Kanalschächte, von deren Existenz niemand wusste, galt es zu verfüllen. Bei archäologischen Grabungen fiel zudem unerwartet viel Bodenaushub an.

All das habe die Kosten in die Höhe getrieben. „Bei Gebäuden aus den 60er-Jahren ist man vor Überraschungen nicht gefeit“, erklärt Steinberg. Einen 800 Quadratmeter großen Gebäudeteil der Schule mit acht einstigen Klassenräume lässt die Gemeinde zum Familienzentrum umbauen.

„Drei Millionen Euro sind eigentlich die absolute Schmerzgrenze gewesen“, sagte Ratsherr Christian Frölich (CDU), der Chef des Bauausschusses. Schon dieser Betrag sei eigentlich den zehn anderen Ortsteilen der Gemeinde nicht zu erklären. Deren Projekte drohten, auf der Strecke zu blieben. Andererseits boome die Baubrache trotz Pandemie ungebrochen. Das führe zu Preissteigerungen.

Kritischer zeigt sich Ratsherr Dieter Eikenberg (Wählergemeinschaft Gut und Transparent). Er rechnet am Ende sogar mit noch höheren Kosten für da Familienzentrum. „Das Feuerwehrhaus in Settmarshausen sollte ursprünglich 500 000 Euro kosten. Jetzt beläuft sich der Betrag auf das Dreifache“, schimpfte er.

Die Gemeinde muss ein Drittel der Kosten für ihr aktuell größtes Investitionsvorhaben selbst aufbringen. Zwei Drittel, eventuell sogar vier Fünftel, erhält die Kommune vom Land aus dem Städtebauförderungsprogramm „Kleine Städte und Gemeinden – Lebendige Zentren“. Dieser Betrag soll nun anteilmäßig aufgestockt werden. Das ist möglich, weil die Gemeinde Gleichen, die gemeinsam mit Rosdorf und Friedland 2011 in das Programm aufgenommen worden ist, ein Projekt zurückgezogen hat. Dadurch steht wieder mehr Geld zur Verfügung.

Ursula Barking (Grüne) mahnt, das Familienzentrum künftig auch tatsächlich für Familienarbeit zu nutzen. Sie stört, dass Räume langfristig an die Kreisvolkshochschule Göttingen-Osterode vermieten worden sind. Die Bildungseinrichtung plant dort Kurse für Sprache, Bewegung und Gesundheit. In einer Lehrküche wird es um Fragen der Ernährung gehen. Im Zentrum, dessen Arbeit Carolin Paul koordiniert, wollen unter anderen auch das Kinder- und Jugendbüro, Hebammen sowie Sportvereine Angebote machen. Ein Seniorenstammtisch ist geplant, eine Bücherei vorgesehen. Ein privater Investor schafft gegenüber eine Pflegeeinrichtung für schwer- und mehrfach behinderte Jugendliche. Im Familienzentrum will er ein Café betreiben. (Michael Caspar)

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