Duderstadt: Ottobock und Hilti erobern einen neuen Markt

Neues Stütz-System aus Duderstadt entlastet Bauarbeiter

Anwendungsbeispiel: Hilti „EXO-O1“, das zusammen mit Ottobock entwickelt wurde, entlastet den Anwender bei ermüdenden Schraubarbeiten, die über der Schulter oder über dem Kopf ausgeführt werden müssen.
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Anwendungsbeispiel: Hilti „EXO-O1“, das zusammen mit Ottobock entwickelt wurde, entlastet den Anwender bei ermüdenden Schraubarbeiten, die über der Schulter oder über dem Kopf ausgeführt werden müssen.

Bauarbeiter müssen oft über Kopf arbeiten. Das führt zu besonderen Belastungen für den Körper. Daher hat Hilti mit Ottobock eine Partnerschaft zur Entwicklung von „Exoskelett-Systemen“ vereinbart.

Duderstadt – Solche Lösungen, die den Körper stützen, eröffnen neue Möglichkeiten beim Gesundheitsschutz sowie der Produktivität und sind ein Zukunftsmarkt in der Bauindustrie.

Beide Partner bündeln ihr Know-how in den Bereichen Sicherheit, Gesundheitsschutz und Biomechanik, um neue ergonomische Lösungen anbieten zu können.

„Exoskelette sind ein relevanter Megatrend für uns. Diese bringen eine Entlastung bei körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten, wie sie auf Baustellen tagtäglich ausgeführt werden“, sagt Johannes Wilfried Huber, Leiter des Geschäftsbereichs Diamanttechnik bei Hilti.

Mit Ottobock habe das Unternehmen den idealen Partner, um das Wissen in Sachen Anwenderschutz und Ergonomie mit 100 Jahren Biomechanik-Expertise zu kombinieren. „Unsere Technologie-Partnerschaft ist die Basis für die Entwicklung weiterer innovativer und kundenorientierter Systeme“, so Huber.

Ottobock freut sich, zusammen mit Hilti ein neues Anwendungsgebiet erschließen zu können. „Dabei bauen wir auf unsere Erfahrungen aus über 500 erfolgreichen Exoskelett-Projekten, unter anderem in der Automobilindustrie und im Handwerk“, sagt Dr. Sönke Rössing, Leiter von Ottobock Industrials.

Das Potenzial für Lösungen, die die körperliche Belastung der Mitarbeitenden reduzieren, ist aus seiner Sicht in der Bauindustrie besonders groß. „Dieses Standbein wollen wir in den kommenden Jahren gemeinsam ausbauen“, so Dr. Rössing. Der Unternehmensbereich entwickelt seit 2012 Lösungen, um gesündere Arbeitsplätze zu schaffen.

Als erstes gemeinsames Produkt bringt Hilti im Herbst den „EXO-O1“ auf den Markt. Es handelt sich um ein passives Modell, das keine Energiezufuhr benötigt. Das Gewicht der Arme wird über die Armschalen mithilfe mechanischer Seilzugtechnik auf die Hüfte abgeleitet.

Dies reduziert die Spitzen-Belastung der Muskulatur und entlastet die Schulter gemäß unabhängigen Studien und Untersuchungen von Ottobock um bis zu 47 Prozent.

Dadurch können Exoskelette einen erheblichen Beitrag zum Gesundheitsschutz leisten – insbesondere bei Arbeiten im Überkopf- und Überschulterbereich. (Bernd Schlegel)

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