Neustädter Modell: Fit für die Ausbildung im Blaumann

Spezielle Förderung: Mario Gaßmann, BBS-Lehrer für Fachpraxis (vorne mit Brille und T-Shirt), zusammen mit den neuen Teilnehmern des Neustädter Modells sowie deren Lehrern und Marcek Deppe von der Paten-Firma Rohde AG (ganz rechts). Foto: Schröter

Göttingen. Mit einer Technik-Nachwuchsförderung der besonderen Art feiert das Neustädter Modell seit 2011 in Göttingen große Erfolge.

Im mittlerweile fünften Durchlauf des Schüler-Förderprogramms werden in den kommenden zwei Jahren sieben Schüler und zwei Schülerinnen der Geschwister-Scholl-Gesamtschule (GSG) sowie zwei Schülerinnen der Voigt-Realschule parallel zum allgemeinbildenden Unterricht auch am berufsbildenden Unterricht der BBS 2 teilnehmen. Dabei erhalten sie eine zusätzliche Grundausbildung in Theorie und Praxis. „Ziel des Models ist es, die Schüler für gewerblich-technische Berufe zu begeistern und leistungsbereiten Jugendlichen bereits während der Schulzeit erste Ausbildungsinhalte zu vermitteln“, sagt Manfred Schmidt, Abteilungsleiter Metalltechnik bei der BBS II und dort für die Koordination des Neustädter Modells zuständig.

Zusatz-Unterricht

Die Schüler erhalten in der neunten und zehnten Jahrgangsstufe zusätzlich zum allgemeinbildenden Unterricht in ihrer Realschule, den sie an drei Tagen in der Woche besuchen, 16 Stunden pro Woche Unterricht in der BBS. „Dabei werden Unterrichtsinhalte der Realschule mit denen der Berufsbildenden Schule aus dem Berufsbild des Industriemechanikers verzahnt“, so Schmidt. Mit dem Projekt würden die MINT-Fächer Mathematik, Informationstechnik, Naturwissenschaften und Technik durch frühzeitige und nachhaltige Lernprozesse mit einem hohen Maß an Realitätsbezug und Anschaulichkeit gefördert. „Zudem erhalten die Schüler durch zwei integrierte, jeweils zweiwöchige Betriebspraktika einen Einblick in die betriebliche Realität“, sagt Schmidt. Dabei werde das Projekt von diversen Ausbildungsbetrieben unterstützt. Patenschaften für das Modell übernehmen in diesem Jahr die Rohde AG in Nörten-Hardenberg, die Mahr GmbH in Göttingen und der Verein zur Förderung der beruflichen Bildung an der BBS II des Landkreises Göttingen.

„Durch die Doppelqualifizierung aus allgemeinbildenden und berufsbildenden Unterrichtsinhalten erhalten die Schüler nach zwei Jahren nicht nur den Realschulabschluss, sondern zusätzlich eine berufliche Grundbildung, die einer Qualifizierung im ersten Ausbildungsjahr für metalltechnische Berufe entspricht“, betont Joachim Grube von der Industrie- und Handelkammer (IHK) Hannover.

Gemeinsames Zeugnis

Für diese Zusatzqualifikation erhielten die Jugendlichen ein gemeinsames Schulzeugnis, ein Portfolio über die metalltechnischen Kompetenzen und eine Bescheinigung der IHK über die erfolgreiche Teilnahme am Schulprojekt. „Das Modell mit diesem sehr speziellen Schulangebot ist eine Bereicherung für den Ausbildungsstandort Göttingen“, sagt Grube. (per)

Teilnehmer freuen sich über spezielle Förderung

Das sagen Teilnehmer des Neustädter Modells. Finnja Elges (15): „Ich nehme an dem Schulprojekt teil, weil ich mich seit meiner Kindheit für Technik und Metallbau interessiere. Da habe ich mit meinem Vater sehr viel gebastelt. Mich reizen besonders die guten beruflichen Aussichten. Außerdem macht sich das sicher gut im Lebenslauf.“

Philipp Mainka (14): „Ich möchte unbedingt Industriemechaniker werden. Als Teilnehmer des Neustädter Modells erhoffe ich mir bessere Aussichten auf einen Ausbildungsplatz. Dafür bin ich auch gerne bereit, mehr Aufwand zu betreiben.“ (per)

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