Sars-CoV-2

Coronavirus in Niedersachsen: Empfehlungen für Schulen - Klassenfahrten in Risikogebiete aufschieben

Coronavirus in Niedersachsen: Empfehlungen für Schulen - Ausfälle und Klassenfahrten
+
Die Landesregierung Niedersachsen rät Klassenfahrten in Risikogebiete aufzuschieben. (Symbolbild)

Das Coronavirus breitet sich auch in Niedersachsen immer weiter aus. Zuletzt ist die Zahl der Infizierten rasant gestiegen. Wie Schulen damit umgehen sollten, erklärte die Landesregierung.

  • In Niedersachsen steigt die Zahl der Corona-Infizierten immer weiter an.
  • Im Bundesland wird ein Krisenstab eingerichtet.
  • Auch Schulen in Niedersachsen sind betroffen.

Hannover/Göttingen – Die Landesregierung hat angesichts der Entwicklung in Italien und Frankreich sowie steigender Corona-Fallzahlen in Deutschland konkrete Schritte beschlossen. 

Was sagt das Land zu geplanten Klassenfahrten? 

Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil gab am Montag (09.02.2020) eine Empfehlung: 

„Ich halte es in der jetzigen Situation für sinnvoll, Planungen für Fahrten aufzuschieben.“ Sind Klassenfahrten nicht zu verschieben, dann prüft das Kultusministerium die finanzielle Unterstützung. Die Frage sei, um wie viele Reisen es am Ende geht und welche Summen ersetzt werden müssten. 

Göttingen: Coronavirus in Niedersachsen - Klassenfahrten aufschieben

Klar ist die Richtlinie von Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) für Schulfahrten in Corona-Risikogebiete an 3000 Schulen, die am Montag rausging: Schulfahrten in Risikogebiete sind zwingend abzusagen. Tonne bat die Schulleitungen auch, „aufgrund der unwägbaren Gesamtlage die Planungen für weitere neue Schulfahrten sehr weitsichtig anzugehen“. 

So könnten auch weitere Regionen sehr schnell zu Corona-Risikogebieten werden. Zudem hat der Kultusminister eine Anfrage an alle Schulen bezüglich möglicher geplanter Reiseziele in Risikogebiete gestartet. Gleichzeitig bedankte sich Tonne bei allen Schulleitungen für die „gute Arbeit in einer schwierigen Lage“. Alle würde sehr besonnen und differenziert agieren. Er sicherte weiterhin Unterstützung zu. 

Göttingen: Richtlinien für Schulen zum Coronavirus - Quarantäne für Rückkehrer aus Risikogebieten

Was passiert mit Schülern, die von Fahrten aus Risikogebieten zurückkehren? 

Diese Schüler müssen vorsorglich für zwei Wochen in Quarantäne gehen. Dies gilt auch für die Schulfahrten begleitenden Lehrer. Ziel sei es, den Schulbetrieb nicht zu gefährden und eine weitere Ausbreitung des Virus in Niedersachsen zu verhindern, machte Sozialministerin Carola Reimann (SPD) deutlich. 

Diese Entscheidung stärke die Schulleitungen in ihrer Handlungssicherheit, sagte Tonne. Es sei wichtig, dass die Gesundheitsämter die Schulen weiter gut unterstützen. 

Coronavirus in Niedersachsen: Risikogebiete meiden - Robert-Koch-Institut informiert

Welche Gebiete gelten als risikoreich? 

Das Berliner Robert-Koch-Institut stuft Italien inzwischen als Risikogebiet ein. Deshalb rät das Auswärtige Amt von nicht erforderlichen Reisen nach Italien ab. Südtirol im Norden des Landes ist ein beliebtes Ziel für Ski-Freizeiten von Schulen. 

Zudem beginnen Ende März die Osterferien, in denen viele Familien in den Urlaub reisen. Weitere Corona-Risikogebiete sind RKI aktuell der Iran sowie China (Provinz Hubei) und Südkorea (Nord-Gyeongsang). 

Göttingen: Stornierung wegen Coronavirus - Schulausfälle bislang nur vereinzelnd

Was ist mit der Stornierung von Schulfahrten? 

Inwieweit im Falle der Stornierung einer Schulfahrt eine Reiserücktrittsversicherung die durch die Vertragsabschlüsse entstandenen Kosten übernimmt, ist von der jeweiligen Versicherung abhängig. 

Wie ist die Lage an den Schulen im Land? 

Trotz einzelner Schulausfälle wegen der Corona-Epidemie sieht Niedersachsen aktuell keinen Anlass für flächendeckende Schulschließungen. „Ich halte es derzeit nicht für angemessen, alle Schulen für zwei Wochen zu schließen“, sagte Kultusminister Tonne. 

Wie steht es generell um Reisebuchungen und Urlaubspläne? 

Der Touristikkonzern TUI in Hannover stellt sich laut Chef Fritz Joussen auf „länger anhaltende Folgen“ durch die Coronakrise ein. Etliche Kunden würden aber an mittelfristigen Urlaubsplänen festhalten. 

Coronavirus in Niedersachsen: Reiserückgänge - Aufhebung Sonntagsfahrverbot für Lastwagen

Der Konzern könne aktuell Rückgänge im Asien-Geschäft durch Ziele in der Karibik oder im Mittelmeerraum abfedern. Ein besonderes Augenmerk liege auf der sensiblen Kreuzfahrtsparte. 

Gibt es weitere aktuelle Regelungen in Niedersachsen? 

Das Sonntagsfahrverbot für Lastwagen wird für den Transport von haltbaren Lebensmitteln und Hygieneartikeln in Niedersachsen aufgehoben. Die Regelung gilt bis zum 30. Mai, so Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU). Wegen der zunehmenden Verbreitung des Virus kauften die Menschen mehr haltbare Lebensmittel als gewöhnlich. „Damit die Regale jederzeit das volle Sortiment enthalten, müssen die Lieferketten entsprechend angepasst werden.“

bsc/tko/dpa

Coronavirus (Sars-CoV-2) in Niedersachsen: Die Zahl der Infizierten ist zuletzt stark angestiegen. Alle Großveranstaltungen in Hannover sind abgesagt

Den ersten Coronavirus-Fall gibt es nun auch im Landkreis Göttingen in Niedersachsen. Ein Mann hat sich vermutlich im Urlaub mit dem Virus infiziert.

Die Landesregierung debattiert über die Lage in den Schulen in Niedersachsen: Die Schließung aller Schulen gilt als sehr wahrscheinlich. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.