Landtag debattiert

Geht Niedersachsen bald das Trinkwasser aus? Klimawandel gefährdet Wasserversorgung

Rissig und ausgetrocknet ist der Boden
+
Wie kann man Trinkwasser nachhaltiger verteilen - und das ohne Landwirtschaft und Industrie zu benachteiligen? Darüber haben die Abgeordneten im Landtag Niedersachsen debattiert, denn das Trinkwasser wird knapp. (Symbolbild)

Der Klimawandel sorgt für immer weniger Regen in Niedersachsen. Das gefährdet die Wasserversorgung. Trinkwasser ist nicht mehr im Übermaß vorhanden

  • Wegen Klimawandel und Hitzesommern wird das Wasser in Niedersachsen immer knapper.
  • Ortsweise kommt es in der Landwirtschaft schon zu großen Problemen mit der Wasserversorgung.
  • Der Landtag in Niedersachsen debattierte nun über Konzepte der Wasserverteilung.

Hannover - Wer schon einmal in Norddeutschland war, weiß, dass nicht immer mit gutem Wetter zu rechnen ist. Im Gegenteil Norddeutschland ist bekannt für den vielen Regen und das markante Wetter. Das ist nicht jedermanns Sache. Wegen des Klimawandels, den steigenden Temperaturen und den aufeinanderfolgenden Hitzesommern weichen die Klagen nun der Sorge um eine ausreichende Wasserversorgung.

Im Landtag in Niedersachsen wurden am Mittwoch (27.01.2021) daher Konzepte der Wasserverteilung debattiert. Die Wasserversorgung sei auch in Zukunft sichergestellt, es könne allerdings zu regionalen Engpässen kommen. Das teilten SPD und CDU sowie die Grünen in ihren zwei separaten Anträgen mit.

Trinkwasser in Niedersachsen - Landtag stimmt Antrag von CDU und SPD zu

Wer kann in Zukunft auf Wasser in Trinkwasserqualität zugreifen? Und was für Alternativen gibt es, etwa für die Beregnung von Feldern? Diese Fragen stellten die Fraktionen in ihren Anträgen. Mit ihren Forderungen und Schlussfolgerungen waren SPD und CDU sowie die Grünen nicht immer einig. Mehrheitlich stimmte der Landtag am Mittwochabend (27.01.2021) für den Antrag der Regierungsfraktionen CDU und SPD.

In Niedersachsen werden jährlich rund 550 Millionen Kubikmeter Wasser gefördert oder aus Talsperren bereitgestellt. Dieses Wasser fließt vor allem in die Haushalte, zu mehr als einem Drittel auch an Industrie und Landwirtschaft. Diese brauchen eigentlich kein Wasser in Trinkwasserqualität. Hier sieht die Politik Handlungsbedarf. Zukunftsorientierte Strategien sollen sicherstellen, dass Wasser auch in Zukunft überall in ausreichender Menge und Qualität zur Verfügung steht.

Niedersachsen: Klimawandel und Klimaschutz begegnen

Laut Umweltminister Olaf Lies (SPD) müsse man neben dem Klimaschutz auch den Folgen des Klimawandels begegnen. Mehrere heiße Sommer hätten das Thema Wasser in der Bevölkerung in den Fokus gerückt. Aufgabe sei nun, die Verfügbarkeit von und den Bedarf an Wasser in der Zukunft in den Blick zu nehmen. Große Nutzer seien etwa die Industrie und die Landwirtschaft.

Wegen der Hitzewellen im Sommer geriet die Landwirtschaft mancherorts bereits in der Vergangenheit in die Klemme. Um die Ernte zu sichern, müssen die Felder intensiv bewässert werden. Wenn Landwirte in einem Jahr stärker auf Grundwasser zurückgreifen müssen, dürfen sie im nächsten Jahr zum Ausgleich weniger oder gar nicht bewässern.

Falls dies doch geschieht, sind ökologische Schäden oder eine Schwächung der Grundwasservorräte möglich. Man müsse deshalb in Zukunft überlegen, inwiefern die Versorgung der Haushalte mit Trinkwasser sichergestellt werden könne, ohne Landwirtschaft und Industrie zu schaden.

Niedersachsen
Gründung1. November 1946
Bevölkerung7,982 Millionen (Stand: 2019)
LandeshauptstadtHannover

Niedersachsen: Kein Trinkwasser für Industrie und Landwirtschaft nutzen

Für die Feldbewässerung könnte demnach anstatt Grundwasser und qualitativ hochwertigem Trinkwasser anderes Wasser genutzt werden. Denkbar wären hier Oberflächenwasser oder kommunale Abwässer. Laut CDU, SPD und Grüne müsse man auf den Ernstfall vorbereitet sein. Der Wasserrückhalt müsse verbessert und der Wasserabfluss im Binnenland verlangsamt werden.

In den Anträgen der Parteien ging es deshalb um die Förderung des Baus von Rückhaltebecken und um die Renaturierung von Mooren als Feuchtigkeitsspeicher. Auch das Versiegeln von Flächen durch Bebauung wurde als eine mögliche Schutzmaßnahme für die Bildung von neuem Grundwasser identifiziert. Flächensparendes Bauen soll daher unterstützt werden, um die Wasserversorgung zukünftig zu erleichtern. (Luisa Ebbrecht mit dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.