Urteil im Prozess

Junge Frau für 2000 Euro „verkauft“ und getötet: Haftstrafe wegen Menschenhandels

Die Angeklagten sitzen vor Prozessbeginn im Gerichtssaal in Verden Die zwei Männer werden wegen Zwangsprostitution einer jungen Frau, die von anderen in der Weser ertränkt worden sein soll, angeklagt.
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Die Angeklagten sitzen vor Prozessbeginn im Gerichtssaal in Verden. Die zwei Männer wurden wegen Zwangsprostitution einer jungen Frau angeklagt. Jetzt hat das Gericht ein Urteil gefällt.

In Niedersachsen wurde eine 19-Jährige zur Prostitution gezwungen, „verkauft“ und anschließend getötet. Das Amtsgericht Verden hat jetzt ein erstes Urteil gefällt.

Verden - Ein 21-Jähriger ist am Freitag (26.02.2021) wegen Menschenhandel vor dem Landgericht Verden in Niedersachsen zu einer Jugendstrafe von vier Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Sein 26-jähriger Komplize wurde wegen Beihilfe zum Menschenhandel zu einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung verurteilt. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Das Gericht sah es als bewiesen an, dass sie die psychisch kranke 19-jährige Frau im Frühjahr 2020 für 2000 Euro an zwei Männer „verkauft“ hatten. Zuvor hatten sie ihr Opfer an Freier vermittelt, berichtet der NDR.

Die Männer, an die die junge Frau „verkauft“ wurde, sollen sie im April 2020 an einer Betonplatte gefesselt in der Weser im Kreis Nienburg in Niedersachsen ertränkt haben. Der gewaltsame Tod der 19-Jährigen sorgte deutschlandweit für Schlagzeilen.

Junge Frau „verkauft“ und getötet: Mordprozess gegen drei Deutsche

Im Prozess wegen Menschenhandels ordnete die Kammer für den 21-jährigen Mann mit Drogenproblemen zusätzlich die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an, sagte der Gerichtssprecher des Amtsgerichts Verden in Niedersachsen.

Gegen die mutmaßlichen Täter, die die Frau ertränkt haben sollen, läuft am Landgericht Verden separat ein Mordprozess. Die Staatsanwaltschaft wirft den drei deutschen Angeklagten im Alter von 40, 53 und 39 Jahren Mord, Zwangsprostitution und andere Straftaten vor. Laut Anklage hätten die beiden Männer die junge Frau ab Anfang April 2020 zur Prostitution veranlasst.

Dabei sollen sie die persönliche Zwangslage der 19-Jährigen ausgenutzt haben, denn die Frau litt an einer paranoiden Schizophrenie. Die beiden Männer oder alle drei Angeklagten sollen die wehrlose, psychisch kranke Frau getötet haben, um andere Straftaten zu verdecken, berichtet die dpa. Im Jahr 2012 wurde ein 23-Jähriger tot aus der Weser geborgen. (sne mit dpa)

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