Arbeiten noch bis 2017

Landtagssanierung: Niedersachsenross fliegt durchs Loch im Dach

Fliegendes Pferd in der Kiste: Ein 80-Tonnen-Kran hob am Dienstag das verpackte Niedersachsenross aus einem Loch im Dach des Landtags in Hannover. Das in Stein gemeißelte Landeswappen wurde aus Sicherheitsgründen aus der Baustelle entfernt, weil der Plenarsaal bis 2017 saniert wird. Foto: lni

Hannover. Das Niedersachsenross hat am Dienstag nach 52 Jahren zum ersten Mal seinen Platz im Plenarsaal des Landtages in Hannover verlassen – durch ein Loch im Dach.

Nötig war die spektakuläre Befreiungsaktion, weil das 1,5 Tonnen schwere Steinpferd nicht durch die Türen des Gebäudes passte. Deshalb wurde es in eine Kiste verpackt und mit Hilfe eines 80-Tonnen-Krans aus dem Gebäude gehievt.

Der Ausflug musste sein, denn der Landtag wird von Juli 2014 bis 2017 saniert, das Gebäude praktisch entkernt und ein neuer Plenarsaal gebaut. Der neue Plenarsaal soll durch die Einbeziehung der Wandelhalle an der Stirnseite auf 650 Quadratmeter Grundfläche erweitert werden. Dank der großen Fenster sollen die Abgeordneten künftig auch bei Tageslicht debattieren können. Bisher saßen sie in einem 425 Quadratmeter großen, künstlich erhellten Raum.

Über den Umbau des denkmalgeschützten Plenarsaals wurde jahrelang gestritten. Schon 2002 und 2009 gab es Ausschreibungen, doch die Entwürfe der Architekten wurden nicht umgesetzt. Juristische Streitereien, etwa mit den Oesterlen-Erben wegen des zwischenzeitlichen Abrissplans, verhinderten es. Das alles hat Niedersachsen viele Millionen Euro Steuergeld gekostet

Grundüberholt wird nun auch das Niedersachsenross. Danach wird es eine Unterkunft im provisorischen Landtag im Georg-von-Cölln-Haus finden. Noch unklar ist, ob das Ross wieder an seinen Platz in den neuen Plenarsaal zurückkehren wird.

Gefertigt wurde das Niedersachsenross 1962 von dem Künstler Kurt Schwerdtfeger – direkt vor Ort, im Landtagsgebäude. (lni/tko)

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