1. Startseite
  2. Lokales
  3. Göttingen

Niedersachsens Grüne wählen in Hameln Spitzen-Duo und Listenplätze

Erstellt:

Von: Peter Mlodoch

Kommentare

Grünes Spitzen-Duo: Christian Meyer und Julia Willie Hamburg, umarmen sich nach ihrer Wahl als Spitzenkandidaten beim Landesparteitag in Hameln.
Grünes Spitzen-Duo: Christian Meyer und Julia Willie Hamburg, umarmen sich nach ihrer Wahl als Spitzenkandidaten beim Landesparteitag in Hameln. © Ole Spata/nh

Am Wochenende kürten Niedersachsens Grüne am Wochenende auf einem Online-Parteitag in Hameln ihre Kandidaten für die Landtagswahl am 9. Oktober.

Hameln – Die ausgeklügelten Absprachen im Vorfeld hielten. In Windeseile, auf den ersten elf Plätzen ohne Gegenkandidaten und mit meist satten Ergebnissen kürten Niedersachsens Grüne am Wochenende auf einem Online-Parteitag in Hameln ihre Kandidaten für die Landtagswahl am 9. Oktober.

Da dort nach allen Umfragen bisher nicht gekannte Prozenthöhen und mehr als 20 Mandate im Leineschloss winken, konnte so manch einer anderen locker den Vortritt lassen und einfach auch zwei Plätze später antreten. Derzeit stellen die Grünen nach mageren 8,7 Prozent 2017 nur zwölf Abgeordnete. Spitzenmarke waren 2013 die 13,7 Prozent und 20 Sitze.

Sehr gute Stimmergebnisse für grüne Verhältnisse

Die Wahl des von Fraktion, Landesverband und Kreisverbänden getragenen Spitzenduos aus Fraktionschefin Julia Willie Hamburg und ihrem Stellvertreters Christian Meyer war ein Selbstläufer und überraschte allenfalls mit den für grüne Verhältnisse sehr guten Stimmergebnissen.

Die Schulexpertin aus Hannover heimste bei der Online-Abstimmung 91,1 Prozent ein, der ehemalige Agrarminister kam auf 86,2 Prozent. „Alles über 80 ist super“, freute sich Meyer, der als links angehauchter Zuspitzer nicht nur bei anderen Parteien, sondern auch mal bei den eigenen Realos aneckt.

Das alte Lagerdenken kam allerdings kaum zum Tragen. Die Kritik an der „Bräsigkeit“ der amtieren GroKo von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) bei Energiewende, Wohnungsbau, Digitalisierung oder Bildung sorgte für große Einigkeit.

Starker Partner in der künftigen Landesregierung

Selbstbewusst formulierten die meisten Redner die Wahlziele „größte grüne Fraktion aller Zeiten“ und ein starker Partner in der künftigen Landesregierung.

Grundlage dafür soll die mit vielen taktischen Erwägungen ausgehandelte Liste sein. Die Landtagsabgeordneten, die als ministrabel gelten oder grüne Ur-Themen leidenschaftlich leben, sollten vorne stehen.

Das verschaffte Finanzfachmann Gerald Heere aus Hannover, Agrar- und Atom-Expertin Miriam Staudte aus dem Wendland, Parlamentsvizepräsidentin Meta Janssen-Kucz aus Ostfriesland, Autobahn-Skeptiker Detlev Schulz-Hendel aus dem Lüneburger Umland sowie Jugendpolitiker Volker Bajus aus Osnabrück die Plätze vier, fünf, sieben, acht und zehn.

Göttingerin Marie Kollenrott erreicht Platz elf

Die Vorsitzende der Grünen-Fraktion in der Regionsversammlung Hannover, Evrin Camuz, kam dank Neuen-Quote und Vielfaltsversprechen der Grünen auf Platz sechs, der nach dem üblichen Reißverschlussverfahren eigentlich einem Mann zugestanden hätte.

Eine Rolle spielten die Aussichten auf mögliche Direktmandate besonders in den Groß- und Uni-Städten wie Hannover, Osnabrück und Göttingen. So erreichte die Göttingerin Marie Kollenrott, die im Herbst in den Landtag nachgerückt war, mit 82,1 Prozent locker den – nach derzeitigen Stand – sehr sicheren Platz elf.

Die kulturpolitische Sprecherin der Fraktion, Eva Viehoff (Loxstedt), die wegen eines ganz frischen positiven Corona-Tests ans Hotelzimmer gefesselt und online zugeschaltet war, kam ohne Gegenkandidatin mit 68 Prozent auf den aussichtsreichen Platz 13.

Insgesamt gingen 81 Grüne ins Listenrennen

Mit den Kampfkandidaturen ging es ab dem Männerplatz zwölf los. Der in der Partei beliebte Schatzmeister Heiko Sachtleben (Peine) setze sich gegen den Kirchenmusiker Stephan Christ (Cloppenburg) durch, der es dann im dritten Anlauf auf Platz 16 schaffte.

Der Landtagsabgeordnete Dragos Pancescu aus Brake, der bei den Absprachen offenbar wenig gelitten war, scheiterte bei der Wahl für Platz 20 und trat bei 22 nicht an. Insgesamt gingen 81 Grüne ins Listenrennen – so viele wie nie zuvor. Die Ergebnisse müssen noch bis zum 21. April per Briefwahl bestätigt werden. (Peter Mlodoch)

Auch interessant

Kommentare