Sofortiges Verbot für Sport-Großveranstaltungen

Niedersächsische Ärzte fordern Impfpflicht

Ein Patient bekommt eine Spritze (Impfung) in den Oberarm.
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Kleiner Piks, große Diskussion: Mitglieder der Niedersächsischen Ärztekammer fordern eine Impfpflicht. (Symbolbild)

Ein sofortiges Verbot für Sport-Großveranstaltungen? Grünen-Bundestagsabgeordneter Janosch Dahmen hält Veranstaltungen wie in Fußballstadien aktuell für gefährlich.

Hannover/Bremen – Die Corona-Lage in Niedersachsen verschärft sich. Der Sieben-Tage-Wert bestätigter Neuinfektionen stieg nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) am Sonntag von 209,8 auf 212,2 pro 100 000 Einwohner. Binnen eines Tages wurden 2151 weitere Corona-Infektionen gemeldet. Die Hospitalisierungsinzidenz beträgt 7,2 Prozent (Samstag: 6,9).

Seit Mittwoch gilt landesweit die Warnstufe 1 mit einer flächendeckenden 2G-Regelung. Ungeimpfte sind so von Teilen des öffentlichen Lebens ausgeschlossen. Bereits ab kommenden Mittwoch könnte mit der Warnstufe 2 regional die 2G-plus-Regelung verhängt werden. Dann haben in vielen Bereichen nur Geimpfte und Genesene Zutritt, die zusätzlich einen negativen Corona-Test vorlegen müssen.

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete und Gesundheitsexperte Janosch Dahmen hat derweil ein sofortiges Verbot sportlicher Großveranstaltungen gefordert. Große Veranstaltungen wie in Fußballstadien seien bei niedrigen Fallzahlen unter 2G-Bedingungen weitestgehend sicher, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Sie seien aber vor dem Hintergrund neuer und besorgniserregender Mutationen insbesondere ohne Masken und ausreichend Abstand zu gefährlich.

„Wir dürfen die Gesundheit von vielen jetzt nicht bei sorglosen Großveranstaltungen verzocken“, warnte Dahmen, nachdem Szenen eines vollen Kölner Fußballstadions am Samstag für Kritik gesorgt hatten. „Diese unerklärlichen Bilder“ bestätigen für ihn den Eindruck, den offensichtlich auch die Wissenschaftler der Leopoldina inzwischen von Teilen der Politik haben: „Dass es weiter eine ganze Reihe von Menschen auch in Verantwortung gibt, die den Ernst der Lage und das jetzt Notwendige nicht erkannt haben.“ Sie zögerten zu lange und würden nicht rechtzeitig das Notwendige tun.

Mitglieder des Parlaments der Ärztekammer Niedersachsen fordern angesichts der Corona-Zahlen eine Impfpflicht für alle Bürger, bei denen keine medizinischen Gründe gegen eine Impfung vorliegen. Mit einer stagnierenden Covid-19-Impfquote von rund 70 Prozent gelinge es nicht, die extrem infektiöse Delta-Variante in Schach zu halten.

Nun drohe bereits wieder ein Lockdown mit immensen Belastungen für die Gesellschaft und für die vulnerablen Gruppen – allen voran die Kinder und Jugendlichen. Das Gesundheitssystem stehe vor der Überlastung, an vielen Stellen sei es bereits überlastet.

„Bisher ungeimpfte Erwachsene und vor allem Personen, die im Gesundheitssystem oder in Kindergärten und Schulen tätig sind, müssen sich jetzt impfen lassen.“ Schnelle Booster-Impfungen seien ebenso notwendig, so die Ärztekammer-Parlamentarier. (Thomas Kopietz/lni/epd)

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