Schlag gegen Nigeria-Connection - Auch Kassel im Visier

Göttingerin verliert durch Betrug 240.000 Euro

Göttingen. Speziellen Ermittlern der Göttinger Polizei ist es in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Göttingen gelungen, zwei mutmaßliche Bandenmitglieder der „Nigeria Connection“ festzunehmen. Eine Göttingerin war von den Männern um nahezu 240.000 Euro betrogen worden.

Die beiden 38- und 42-jährigen Nigerianer waren im Bereich „Love Scam“ aktiv. Das bedeutet wortwörtlich übersetzt „Liebes-Betrug“ und meint, dass die Verliebtheit und damit positiven Emotionen der Opfer geschickt von den Tätern ausgenutzt werden, um von diesen immer wieder Geld zu bekommen. Die Täter der weltweit agierenden Nigeria Connection sind ausgewiesene Experten im Bereich des „Social Engineering“.

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Sie bauen via Chats im Internet, E-Mails, in sozialen Netzwerken und Telefonaten ein Vertrauensverhältnis zu den Opfern auf. Es entwickelt sich eine regelrechte Liebesbeziehung, die sogar in Onlineverlobungen münden kann. Die Täter senden Fotos von attraktiven Frauen oder Männern, die zuvor einfach von fremden Internetseiten kopiert wurden. Die Betrüger spenden den Opfern über Monate Zuwendung und sind Tag und Nacht für sie da. Ist die Liebesbeziehung erst einmal aufgebaut, folgen mit immer neuen Lügengeschichten finanzielle Forderungen.

Im aktuellen Göttinger Fall hatten die Täter sogar die Identität eines kanadischen bzw. amerikanischen Generals gestohlen, um mit deren Fotos und guter Reputation die 59-jährige Frau zu beeindrucken. Das Opfer fiel auf den Schwindel herein und verlor insgesamt etwa 240.000 Euro. Als die Frau den Betrug erkannte, zeigte sie das beim 3. Fachkommissariat der Göttinger Kripo an.

Die Ermittler mit speziellen Kenntnissen im Cyberkriminalitäts-Bereich nahmen dann nach umfangreichen, intensiven Ermittlungen am 9. November den 38-Jährigen in Frankfurt fest. Der zweite Täter ging der Polizei am vergangenen Montag in Düren in Nordrhein-Westfalen ins Netz. Der am Montag Festgenommene erhielt seine Aufträge direkt aus Ghana und leitete sie an den Frankfurter weiter. Als der Mann weitere 7500 Euro vom Opfer entgegen nehmen wollte, wurde er dabei von Spezialkräften der Polizei dingfest gemacht.

Weitere geplante Betrugsversuche in Kassel wurden dadurch vereitelt. Im Zuge der Ermittlungen wurde auch bekannt, dass Opfer in Singlebörsen gezielt in Deutschland, Spanien und den USA gesucht wurden.

Beide Tatverdächtigen sitzen nun in Untersuchungshaft. Der Mann, der in Düren festgenommen wurde, hatte ein Auto, das 50.000 Euro wert ist, dabei. Es wurde in Düren beschlagnahmt. (bsc)

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