Ehemaliger Verantwortlicher angeklagt

Notdienstambulanz: Geschäftsführer soll 100.000 Euro veruntreut haben

Göttingen. Mehr als 100.000 Euro soll er veruntreut haben, nun steht der langjährige Geschäftsführer des Vereins Notdienstambulanz Göttinger Ärzte vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft hat den 54-Jährigen wegen des Vorwurfs der Untreue in besonders schwerem Fall angeklagt.

Der aus dem Landkreis Göttingen stammende Angeschuldigte soll über Jahre hinweg einen Großteil der seit 2004 von den Patienten erhobenen Praxisgebühr nicht an die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) weitergeleitet und mehr als 108 000 Euro für sich behalten haben.

Die Anklage listet elf Fälle aus dem Zeitraum zwischen Januar 2007 und September 2010 auf. Die vorherigen Fälle seien nicht angeklagt worden, weil diese Taten bereits verjährt seien, teilte ein Sprecher mit.

Der 1995 gegründete Verein Notambulanz organisierte damals die ambulante Notfallversorgung der Bürger in der Stadt und dem Landkreis Göttingen während der sprechstundenfreien Zeit. Der Geschäftsführer war damit beauftragt, die täglichen Bareinnahmen aus der Praxisgebühr auf eines der Vereinskonten einzuzahlen. Tatsächlich soll er nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft von den Einnahmen in Höhe von mindestens 190 000 Euro lediglich 5120 Euro auf das Vereinskonto überwiesen haben.

Einen Teil habe er für sich verbraucht, die Restsumme auf sein privates Konto überwiesen. Davon habe er später etwa 75 000 Euro auf das Vereinskonto überwiesen. Insgesamt habe er auf diese Weise knapp 110 000 Euro für sich behalten.

Die Betrügereien waren ans Licht gekommen, nachdem es einen Wechsel im Vereinsvorstand gegeben hatte. Dem neuen Vorstand der Notdienstambulanz fiel auf, dass es eine deutliche Diskrepanz zwischen der ausgewiesenen Praxisgebühr und den Angaben in der Bilanz gab. Nachdem sich der Verdacht bestätigt hatte, wurde dem Geschäftsführer gekündigt und Strafanzeige erstattet. (pid)

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