Oberbürgermeisterwahl-Nachzählung beendet

Vorläufig: Stichwahl Fragel gegen Broistedt bleibt bestehen

Kommunalwahl 2021 in Niedersachsen: In Göttingen müssen die Stimmen zur Oberbürgermeisterwahl nachgezählt werden. Das Stichwahlergebnis Petra Broistedt (SPD) gegen Doreen Fragel (Grüne) ist demnach noch nicht amtlich. CDU-Kandidat Ehsan Kangarani kann also weiter hoffen.
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Kommunalwahl 2021 in Niedersachsen: In Göttingen müssen die Stimmen zur Oberbürgermeisterwahl nachgezählt werden. Das Stichwahlergebnis Petra Broistedt (SPD) gegen Doreen Fragel (Grüne) ist demnach noch nicht amtlich. CDU-Kandidat Ehsan Kangarani kann also weiter hoffen.

Die Stimmzettel zur Göttinger Oberbürgermeisterwahl wurden neu ausgezählt. Demnach bleibt es bei der Stichwahl mit Doreen Fragel (Grüne) gegen Petra Broistedt (SPD)

Göttingen – Die Neuauszählung der Stimmen zur Oberbürgermeisterwahl in Göttingen am Mittwoch in der Lokhalle ergab keine Veränderungen in der Rangfolge der Kandidaten. Damit gehen Petra Broistedt (SPD) und Doreen Fragel (parteilos/Grüne) in die Stichwahl am 26. September. Der Wahlausschuss tagt am Abend, um das aus dem vorläufigen ein amtliches Ergebnis zu machen.

Damit hat es Dr. Ehsan Kangarani nicht geschafft, er bleibt auf Platz 3. Allerdings verringerte sich der Abstand zu Doreen Fragel noch einmal. Hatten am Sonntag noch 64 Stimmen zum Gleichstand gefehlt, waren es am Mittwoch „nur“ noch 55. Dennoch: Bereits am Dienstagabend hatte Kangarani gegenüber unserer Zeitung geäußert, dass er eine Wende nicht mehr erwarte.

Von den 45.776 abgegebenen Stimmen entfielen demnach auf: Petra Broistedt (SPD): 15.228; Doreen Fragel (parteilos für Bündnis90/Die Grünen): 13.173; Ehsan Kangarani (CDU): 13.118; Edgar Schu (GöLinke): 2702,
Mathias Rheinländer (Die Partei): 1555.

Am Wahlabend hatte es folgendes Ergebnis gegeben: Petra Broistedt 15.253 Stimmen; Doreen Fragel: 13.141 Stimmen, Dr. Ehsan Kangarani (CDU): 13.077 Stimmen, Edgar Schu (GöLinke): 2691 Stimmen;
Mathias Rheinländer (Die Partei): 1550 Stimmen. Veränderung also jetzt: Broistedt minus 25; Fragel plus 32; Kangarani: plus 41; Schu plus 9; Rheinländer plus 5.

Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler hatte im Gespräch mit unserer Zeitung am Dienstag gesagt, der Personalaufwand für die Nachzählung sei hoch, aber gerechtfertigt, vor dem Hintergrund, dass die Fehlerquote bei den als ungültig bewerteten Stimmen zu hoch gewesen sei. „Dann muss nachgezählt werden, so ist das.“ Köhler stellte sich aber auch vor die Wahlhelfer: „Da arbeiten Menschen, es passieren nun einmal Fehler.“

Fragel gegen Broistedt, so lautete die Stichwahlbesetzung in der Oberbürgermeisterwahl bisher. Oder doch Kangarani gegen Broistedt? Das war die Frage.. Der Wahlausschuss der Stadt hatte in seiner öffentlichen Sitzung am Montag die Neuauszählung der Stimmzettel beschlossen.

Hintergrund war, dass eine erneute Zählung der 852 als ungültig deklarierten Stimmzettel eine Fehlerquote von 0,5 Prozent ergab. „Das hat der Wahlausschuss zum Anlass genommen, die Stimmen insgesamt neu auszählen zu lassen“, teilte die Stadtverwaltung mit. Daraus resultiert ein erheblicher Aufwand. Die öffentliche Auszählung erfolgte am Mittwoch, 15. September, von 10 Uhr bis 16 Uhr in der Lokhalle Göttingen durch Mitarbeiter der Stadtverwaltung.

Hier noch einmal das Ergebnis der Auszählung vom Sonntag: Petra Broistedt (SPD) 33,4 Prozent, Doreen Fragel (Parteilos für Grüne) 28,7 Prozent, Ehsan Kangarani (CDU) 28,6 Prozent, Edgar Schu (GöLinke) 5,9 Prozent und Mathias Rheinländer (Die Partei) 3,4 Prozent.

OB-Wahl in Göttingen: CDU bat um Nachzählung

Aufgrund des knappen Rennens um Platz zwei, also um den Einzug in die Stichwahl am 26. September, bei dem 64 Stimmen für Doreen Fragel und gegen Ehsan Kangarani entschieden hatten, wollte auch die CDU um eine Nachzählung bitten.

Auf das Datum der Stichwahl hat das Nachzählen keine Auswirkung. Sie wird zeitgleich mit der Bundestagswahl am Sonntag, 26. September, stattfinden. Mit der Wahlbenachrichtigung zur Kommunalwahl waren alle Wahlberechtigten in der Stadt Göttingen auf diese Option bereits hingewiesen worden.

Unterlagen zur Briefwahl gehen erst raus, wenn Stichwahl-Kandidaten feststehen

Die Stadtverwaltung weist aber darauf hin, dass die Briefwahlunterlagen – um deren Versendung es im Vorfeld bereits Ärger wegen fehlerhafter Wahlbriefe gegeben hatte – erst dann erstellt und verschickt werden können, wenn feststeht, welche Kandidaten zur Stichwahl zugelassen werden. Im Kern geht es also wieder um die Frage: Fragel oder doch Kangarani?

Apropos Panne: Die Verwaltung weist auch darauf hin, dass die einzelnen, gewählten Mitglieder des Rates der Stadt Göttingen noch nicht vollständig dargestellt werden können. Ursache sei ein „technisches Problem des Software-Anbieters“, das „möglichst kurzfristig behoben werden soll“, wie es heißt.

Gewinner der Stadtratswahl sind ganz klar Bündnis 90/Die Grünen mit einem Plus von 10,2 Prozent und insgesamt einem Stimmenanteil von 30,8 Prozent. Damit rangieren die Grünen deutlich vor der SPD mit 25,0 Prozent.

Bei den Sozialdemokraten ist Wunden-Lecken angesagt, sie verloren satte 7,6 Prozent im Vergleich 2016. Leicht im Minus waren auch die Christdemokraten mit 1,3 Prozent weniger auf 23,1 Prozent. Die GÖLinke erreicht 7,7 Prozent (plus 1,3 Prozent). Die FDP kommt im vorläufigen Ergebnis auf 5,5 Prozent (plus 0,1), Die Partei auf 2,8 Prozent (plus 0,1). (Thomas Kopietz)

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