Oberbürgermeister Köhler bereut Aussage über Stadtbaurat Dienberg

Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler

Göttingen. In Göttingens Verwaltung rumort es an der Spitze: Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) hatte sich abfällig über Stadtbaurat Thomas Dienberg geäußert. In einem HNA-Gespräch am Samstag nahm Köhler seine Aussage zurück. Er habe sich mit Dienberg ausgesprochen, seine Aussage sei ärgerlich gewesen, aber die Sache nun erledigt.

Was war passiert? Während der öffentlichen Informationsveranstaltung zum Sartorius-Quartier am Mittwoch ohne Dienberg hatte sich Köhler – wie er sagt – zu einem unbedachten Spruch hinreißen lassen und für Verwunderung, ja Kopfschütteln bei den Zuhörern gesorgt: „Was kann ich dafür, wenn der Baudezernent keinen Geschmack hat?“

Es ging um die Einschätzung des nachhaltigen Wertes von Gebäuden am Beispiel der Einschätzung des ehemaligen EAM-Hochhauses an der Kasseler Landstraße (wir berichteten). Dienberg hatte in Stellungnahmen an das Niedersächsische Landesamt für Denkmalschutz (NLD) betont, das Gebäude habe keinen Mehrwert in Bezug auf die städtebauliche Bedeutung.

Stadtbaurat Thomas Dienberg

Köhler hat diesbezüglich eine andere Meinung: Das von dem bekannten Göttinger Architekten Jochen Brandi konzipierte Gebäude sei ein Hingucker für die Menschen gewesen, die auf der vielbefahrenen Kasseler Landstraße unterwegs waren. „Es war damals ein ungewöhnliches Gebäude für Göttingen und es fiel auf.“ Deshalb habe es auch einen besonderen Wert – auch weil es zeittypisch sei, erläuterte Köhler.

Der Denkmalschutz sieht es ähnlich und hatte es im Oktober unter Schutz gestellt. Das Gebäude wurde mittlerweile aber entkernt.

„Es sei wichtig, als Verwaltung mit einer Sprache zu sprechen“, sagte Köhler im HNA-Gespräch. Seinem Stadtbaurat habe er keinesfalls den Geschmack absprechen wollten. „Ich wollte etwas anderes sagen.“ Wie auch, dass aus unterschiedlichen Ansichten – auch über Architektur – durchaus etwas Gutes entstehen könne. (tko)

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