Oberbürgermeisterkandidaten: Dr. Eckhard Fascher (Linke)

Ökologischer Sozialist: Für die Wählergemeinschaft der Linken tritt Dr. Eckhard Fascher zur Wahl des Oberbürgermeisters in Göttingen an. Foto: Kopietz
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Ökologischer Sozialist: Für die Wählergemeinschaft der Linken tritt Dr. Eckhard Fascher zur Wahl des Oberbürgermeisters in Göttingen an. Foto: Kopietz

Göttingen. Die Linken wollten Flagge zeigen – und schicken als Wählergemeinschaft Dr. Eckhard Fascher (52) in das Rennen um den Oberbürgermeister-Posten. Fascher ist ein Politikinteressierter durch und durch.

Eigentlich war Eckhardt Fascher überzeugter Grüner. 1980 startete er eine Blitzkarriere: Der Caldener engagierte sich im Kampf gegen eine geplante atomare Wiederaufbereitungsanlage in Volkmarsen. Getragen von einer breiten Unterstützung bescherte das den Grünen der Region und auch Fascher einen Schub: Als Schüler zog er nach einem phänomenalen Wahlergebnis in den Kasseler Kreistag ein.

„Ich saß als Schüler im Schulausschuss, das ist ideal“, schmunzelt Fascher.

Im Kreistag, jetzt in Göttingen, sitzt der seit 1982 in Göttingen lebende promovierte Sozialwissenschaftler noch immer – für die Partei „Die Linke“. Bei den Grünen stieg er aus, weil „zu viel auseinanderging“, sagt Eckhard Fascher. Mit der Sozialpolitik der Grünen konnte der Sozialist aus Überzeugung nichts mehr anfangen. Also wechselte er in die WASG, hatte aber nach dem Zusammenschluss mit der PDS anfänglich Probleme „mit alten DDR-Leuten“.

Heute ist Fascher mit der Situation in seiner Partei zufrieden. „Wir sind in ruhigem Fahrwasser.“ Und er fühlt sich mit seinen Vorstellungen gut vertreten.

Die möchte er auch als Oberbürgermeister von Göttingen umsetzen. So will Fascher ein OB für alle Bürger sein, auch für die, die nicht so viel Geld zum Leben haben.

„Eine erfolgreiche Politik messe ich daran, was unten ankommt“, sagt Fascher, der beim Einsatz als Entwicklungshelfer in Afrika erlebt hat, wie ein wirtschaftlicher Aufschwung ohne jegliche Verbesserung der Lebensverhältnisse von armen Menschen einhergehen kann: „Wir müssen breiten Schichten eine soziale Sicherheit geben.“

Für Göttingen sei das Schaffen bezahlbaren Wohnraums deshalb wichtig, wie der Linken-Kandidat sagt. Deshalb will er den Sozialen Wohnungsbau wieder ankurbeln.

„Außerdem muss eine andere Gesprächskultur her, mit mehr Offenheit zwischen Verwaltung, Politik und Bürgern“, betont Fascher: „Da hat der jetzige Oberbürgermeister einige Fehler gemacht.“

Seine Ziele decken sich stark mit denen des Konkurrenten von der SPD, Rolf-Georg Köhler. Den schätzt Eckhard Fascher auch als einen Sozialdemokraten, der die Bezeichnung noch zu Recht trage.

Für den nach eigener Aussage „ökologischen Sozialisten“ geht es in der Wahl am Sonntag darum, mit einem guten Ergebnis zu punkten. „Ich erwarte nicht, in das Amt zu kommen“, gibt sich der ruhige Fascher durchaus realistisch.

Einen überzeugten Göttinger übrigens würden die Wähler in ihm unterstützen. Eckhard Fascher liebt die Stadt und besonders den Levin-Park im Stadtteil Grone, wo der gebürtige Marburger mit seiner Frau und seinen zwei Kindern wohnt. Politik jedenfalls, das ist sicher, wird Fascher weitermachen, auch als Nicht-OB.

Von Thomas Kopietz

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