Oberbürgermeisterkandidaten: Dr. Martin Rudolph (CDU)

Wird von der CDU unterstützt: Oberbürgermeisterkandidat Dr. Martin Rudolph (parteilos). Foto: nh
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Wird von der CDU unterstützt: Oberbürgermeisterkandidat Dr. Martin Rudolph (parteilos). Foto: nh

Göttingen. Die Göttinger CDU geht fremd: Sie hat sich für die Oberbürgermeisterwahl einen Parteilosen als Kandidaten geangelt: Aber Dr. Martin Rudolph (55) passt voll ins Konzept der Christdemokraten.

Denn: Rudolph ist bestens vernetzt, verfügt über beste Kontakte in Wirtschaftskreisen und zu Unternehmen. Der gebürtige Nordhesse Martin Rudolph ist Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Südniedersachsen in Göttingen.

Persönlich spricht der viel Ruhe und Gelassenheit ausstrahlende Rudolph deshalb gerne über die vielen Projekte, die in der IHK angeschoben worden sind, mit großen und kleinen Unternehmen, aber auch mit der Universität. Und er lässt keinen Zweifel daran: Die Fäden sind gespannt, als Oberbürgermeister müsste er nur gezielt daran ziehen, um etwas Zukunftsfähiges in der Stadt Göttingen, die längst seine Heimatstadt geworden ist, auf den Weg zu bringen.

Rudolph wohnt über den Dächern der Stadt, in einem der umgebauten Kasernengebäude auf den Zietenterrassen. Von hier hat er alles im Blick, auch den unschicken Hochhausturm des neuen Rathauses.

Dorthin will der gebürtige Burghasunger. Er musste deshalb nicht lange überredet werden, für die CDU ins Rennen, um den OB-Job zu gehen.

Sichere Position

Aus der sicheren Position des IHK-Geschäftsführers kann er gelöst agieren. „Ich bin offen für eine neue Herausforderung“, sagt Rudolph, der sich als OB in einer Rolle sieht, die „doch eine Menge Entscheidungs- und Gestaltungsspielraum bietet“. Und gestalten, das will er. Ein Wort steht für viele Maßnahmen, die Rudolph anstoßen will: „Attraktivität.“ Davon habe Göttingen eine Menge, doch es könnte noch viel mehr hinzukommen.

Für ihn als Benzinpumpe im Wirtschaftsmotor geht es vor allem darum, diesen auf höheren Drehzahlen zu bringen: „Wir brauchen Arbeitsplätze, vor allem für junge Menschen.“ Gut Ausgebildete gäbe es in Göttingen und der Region zuhauf, doch viele müssten weggehen, um Arbeit zu finden. „Deshalb müssen wir das Abwandern verhindern.“ Dramatisch sei die Entwicklung für Göttingen nicht, die Stadt werde vorerst keine Einwohner verlieren. Darauf dürfe man sich aber nicht ausruhen.

Mehr Treibstoff will Martin Rudolph auch in den Gemeinschaftsmotor mit der Universität pumpen. Die Verbindungen pflegt er als IHK-Chef bereits und würde sie als OB „ganz stark intensivieren“. Uni, Stadt und Wirtschaft müssten sich seiner Meinung stärker gemeinsam präsentieren – auch im Internet. Das gehöre zu einer Info-Basis und sei ein Teil der Willkommenskultur. „Die müssen wir ausbauen.“

Grundsätzlich jedenfalls sei Göttingen eine sehr offene Stadt, das habe er als Neuankömmling erlebt. Rudolph kam zum Agrarökonomie-Studium an die Universität. Jetzt lebt er nach einem längeren Abstecher nach Hannover, wo er auch die IHK-Öffentlichkeitsarbeit leitete, „sehr, sehr gerne hier“. Die drei Kinder sind mittlerweile erwachsen und aus dem Haus.

Vielleicht hat auch das Martin Rudolph, der sich im Rotary-Club engagiert, zur Kandidatur bewogen. Noch mehr aber war es wohl die Aufgabe, mit einem beschränkten Budget, gezielten und intelligenten Kooperationen und einem Konsens in der Stadtpolitik viel für Göttingen erreichen zu wollen.

„Ich habe den Vorteil, nicht zu stark in den Parteistrukturen zu stecken, kann offen mit allen umgehen“, sagt Rudolph, der so ein besonderes „Göttingen-Feeling“ schaffen will. Vielleicht bekommt er die Chance dazu. Der CDU wäre es recht.

Von Thomas Kopietz

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