Junges Theater Göttingen mit Musikshow–Premiere

Online, doch fast wie im richtigen Theater

Michael Johannes Mayer, begleitet an der Gitarre von Fred Kerkmann, auf der Bühne des Göttinger Jungen Theaters im Programm „Land im Sicht“.
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Musikshow für den Stream: Michael Johannes Mayer, begleitet an der Gitarre von Fred Kerkmann, auf der Bühne im Göttinger Jungen Theater im Programm „Land im Sicht“.

Mit einem Online-Format feierte das Junge Theater (JT) in Göttingen Premiere: die Musikshow „Land in Sicht“ konnten Theaterfans daheim am Bildschirm verfolgen. Es gab viel Beifall.

Göttingen - Das Stück kam bestens an, es gab viele Dankesbekundungen im Chat für die stimmungsvolle Stunde. Ohne Zugabe kam es nicht von der Bühne.

Die 100. Anmeldung für die Zoom-Konferenz verzeichnet Intendant Nico Dietrich neun Minuten vor Vorstellungsbeginn. Die Gesamt-Zuschauerzahl schätzt er auf 190. An vielen Geräten sei man nicht alleine. Wie im Theater wollen viele den Abend mit einem inspirierenden Getränk genießen. Aus Gittelde, Bovenden und Frankfurt haben sich Menschen zugeschaltet.

Theaterhungrige werden nicht enttäuscht. Songs aus Musikshows – bereits gezeigten sowie einer geplanten – werden von Fred Kerkmann auf der akustischen Gitarre begleitet und bringen zum Mitschwingen und Tanzen. Es regnet Highlights wie „Psycho Killer“ mit Jan Reinartz, „Zombie“ gesungen von Katharina Brehls und „Komm, großer schwarzer Vogel“, interpretiert von Michael Johannes Mayer. Dass er neben dem Gesang auch das Horn sicher beherrscht, zeigt er im Zusammenspiel mit Jens Tramsen.

Mit seiner stimmlichen Präsenz erobert der Slowene Klemen Orter die Herzen, im Ensemble wirkt er als Gesangscoach. Im Song von Wolfgang Niedecken stellt Tobias Sosinka die Frage des Abends: „Wann kommt Land in Sicht“ in Corona-Zeiten? Wohl dem, der einen singenden Geschäftsführer hat, loben die Kollegen den überzeugenden Beitrag.

Mit ihrer Geschichte zu „What’s Up“ bringt Katharina Brehl die Auswirkungen der Pandemie auf den Punkt. An einem Tag mit Corona-Blues habe sie diesen Song herausgeschrien, so lange, bis ein Nachbar klopfte, um zu fragen, ob mit ihr alles gut sei. Darüber habe sie sich so gefreut, dass sie nun alle Zuschauer aufruft, ihre Stimmung in die Welt hinauszurufen.

Jan Reinartz spricht aus, was die Schauspieler freut: Endlich dürfen sie wieder vor Publikum spielen. Alle holen das Beste aus sich raus. Im Team ist auch die Licht- und Tonregie in Betreuung von Torsten Thranow (Consound) gelungen. Die Zuschauer sparen nicht mit Applaus und Beiträgen im Chat: „Ihr seid ein echter Lichtblick in dieser Zeit!“, „Endlich wieder fast wie im richtigen Theater“.

Doch es bleibt die Sehnsucht nach Präsenz-Theater: „Ich freue mich schon riesig darauf, Euch alle wieder zu sehen, zu hören und Eure Energie LIVE zu erleben!“, schreibt eine Zuschauerin nach der digitalen Performance (bei Zoom und YouTube). Bis dahin gibt es „Land in Sicht“ online am 16., 23. und 30. April jeweils um 20 Uhr.

Kostenfreier Zugang (Spenden erbeten) im Spielplan unter junges.theater.de. Kontakt per Mail an kasse@junges-theater.de Ute Lawrenz

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