Händel-Festspiele: Premiere von „Familienbande: Faramondo“ im Jungen Theater

Die Oper mit Hip-Hop-Musik

Starke Premiere eines tollen Projektes: Die Hip-Hop-Oper Faramondo ging vor dem Start der Händel-Festspiele im Jungen Theater über die Bühne und wurde gefeiert. Foto: Eriksen
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Starke Premiere eines tollen Projektes: Die Hip-Hop-Oper Faramondo ging vor dem Start der Händel-Festspiele im Jungen Theater über die Bühne und wurde gefeiert. Foto: Eriksen

Göttingen. Eine gelungene Premiere erlebte die Hip-Hop-Oper „Familienbande: Faramondo“ im Jungen Theater. Das Stück basiert auf der Händel-Oper „Faramondo“, dem Herzstück der diesjährigen Göttinger Händel-Festspiele.

Mit 55 Jugendlichen haben sich der künstlerische Leiter Bernd Ruf sowie Wolfgang Adenberg und Benjamin Köthe des barocken Stoffes angenommen und zeigen, dass die Geschichte über Liebe, Hass, Verrat und Versöhnung nichts an Aktualität verloren hat.

Herausgekommen ist ein manchmal gewagter, aber überzeugender und mitreißender Mix aus Händels Musik vom hervorragenden Festspiel-Jugendorchester mit der rhythmusstarken Rap-Band, den begleitenden Chorgesängen und den Rap-Soli der Hauptpersonen.

Die Sprache ist modernes Jugend-Deutsch. Gelungene Regie-Einfälle gab es viele, so die Videosequenzen und die Zeitlupe.

Die jungen Darsteller machten ihre Sache prima. Der zweigeteilte Chor kommentierte den Fortgang der Geschichte, ähnlich wie die Chöre in griechischen Tragödien. Die Chormitglieder tanzten, stritten und kämpften aber auch als Mitglieder der Straßengang „Die Cimbres“.

Es war ein bisschen wie eine doppelte West Side Story, mit einer wesentlichen Änderung: Niemand starb, die Liebe siegte. Der Chor sang „Nur durch die Liebe gibt es Hoffnung auf Versöhnung“. Zum Schluss wurde das Publikum aufgefordert, mitzusingen. Eine Anleihe beim berühmten Beatles-Zeichentrickfilm „Yellow Submarine“?

Die Akteure kamen von der Geschwister-Scholl-Schule, dem Verein Musa, einer Freien Rap-Gruppe und der Freien Musikschule am Wall. Sonja Elena Schroeder war für Regie, Bühnenbild, Kostüme und Requisite verantwortlich. Hinter den Raps stand Danny Fresh. Die vielen Verantwortlichen finden sich unter www.haendel-festspiele.de.

Das Programm listet alle Beteiligten namentlich auf. Hier die Hauptpersonen: Timo Heß (Faramondo), Anabell Fiedler (Thea), Diana Bär (Chloé, Faramondos Schwester), Nadine Alke de Querey (Mandy, Big G’s Schwester), Jack Fakhran (Alex, Big G’s Bruder), Edmir Saciri (Big G, Chef der Cimbres) und Faisal Hakimi (Chill).

• Karten für die Vorstellungen der gut einstündigen Händel-Oper „Familienbande: Faramondo“ am heutigen 4. Mai (19 Uhr), am 5. Juni (19 Uhr) und am 6. Juni (9 Uhr und 11.30 Uhr) sind unter www.haendel-festspiele.de, bei der Tourist-Info Altes Rathaus und im Deutschen Theater erhältlich – außerhalb Göttingens bei Reservix.

Von Anne-Lise Eriksen

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